Schwäche des Rentenmarktes scheint noch nicht vorüber


06.01.22 09:07
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Schwäche des Rentenmarktes scheint noch nicht vorüber und beim Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) bleibt das Kontrakttief bei 169,34 in Reichweite, so die Analysten der Helaba.

Von technischer Seite könne keine Entwarnung gegeben werden, denn MACD und DMI stünden im Verkauf und der ADX steige. Mit dem Rutsch unter 170,50 sei der Weg frei für weitergehende Kursverluste. Die Überverkauftsignale der Stochastik erscheinen noch zu gering, um auf eine nachhaltige Erholung zu setzen, so die Analysten der Helaba.

In den USA würden Notenbankvertreter auch eine Reduzierung des Anleiheportfolios als geldpolitische Steuerungsgröße ins Spiel bringen, um möglicherweise übermäßige Zinserhöhungen zu vermeiden. Für die in historischen Maßstäben zu flache Zinsstruktur hieße dies, dass eine Versteilung wahrscheinlicher werde. Zuletzt habe sich der Spread zwischen 10- und 2-jährigen Treasuries bereits von Niveaus um 80 BP in Richtung 90 BP ausgeweitet.

Die EZB scheine von solchen Gedanken noch weit entfernt und zuletzt sei seitens des französischen Ratsmitgliedes betont worden, dass die Inflation den Höhepunkt erreichen würde. Die Erwartung, dass ein Teil des Inflationsschubes temporärer Natur sei, bestehe weiter. Vor dem Hintergrund zunächst anhaltender EZB-Unterstützung, freundlicher Konjunkturerwartungen und der Schwäche bei deutschen Staatsanleihen hätten sich die EWU-Spreads mehrheitlich gegenüber Bunds jüngst eingeengt und würden damit einen Teil des herbstlichen Anstiegs korrigieren. (06.01.2022/alc/a/a)