SSA: Primärmarkt von deutschen Emittenten dominiert


18.11.20 11:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Deutsche Emittenten dominierten von Mittwoch bis Freitag den Primärmarkt, aber nicht unsere Tabelle, da es sich entweder um Taps oder um Subbenchmarks handelte, so Dr. Norman Rudschuck, CIIA bei NORD/LB.

Den Auftakt gemacht habe NIESA mit einer Aufstockung ihrer 2024er Anleihe in Höhe von EUR 250 Mio. zu ms -6 Bp. Die Bücher hätten bei über EUR 350 Mio. gelegen und die Guidance sei bei ms -5 Bp gestartet. Zum Vergleich: Nur einen Tag zuvor habe Niedersachsen bekanntlich EUR 100 Mio. zu ms -6 Bp in einer 2028er Laufzeit einwerben können. Auch der von uns vergangene Woche beschriebene Bond der Stadt Bochum mit dem naheliegenden Ticker BOCHUM fand mit EUR 250 Mio. reißenden Absatz, so die Analysten der NORD/LB. Die Bücher hätten bei rund EUR 345 Mio. und der Spread bei ms +23 Bp gelegen. Die Guidance sei bei ms +28 Bp area gestartet. Dieses Mal seien 96,7% der Anleihe in Deutschland verblieben verglichen mit "nur" 90% beim letzten erfolgreichen Auftritt am Kapitalmarkt.

Chronologisch seien danach HESSEN und KFW mit Taps um die Ecke gekommen. Die Wiesbadener habe eine 2030er Laufzeit für EUR 500 Mio. gewählt und bei ms -1 Bp gepreist. Über EUR 1 Mrd. wären möglich gewesen, Spreadbewegung gegenüber der Guidance habe es jedoch keine gegeben. Daran habe sich besagter Deal der KfW angeschlossen: Die grüne 2028er ISIN sei um EUR 2 Mrd. bei ms -11 Bp aufgestockt worden. Hier hätten die Orderbücher bei über EUR 9,4 Mrd. gelegen, sodass ein Basispunkte Tightening gegenüber der Guidance möglich gewesen sei.

Auch BADWUR (ISIN DE000A14JZR8 / WKN A14JZR) habe den Markt mit einer Anleihelaufzeit von 20 Jahren erfreut und nach zuerst vermeldeten EUR 500 Mio. sogar EUR 600 Mio. zu ms +3 Bp eingeworben. Der Deal sei leicht überzeichnet gewesen, was bei positiver Rendite kaum überrasche - ein Seltenheitswert in der derzeitigen Zinslandschaft.

Hinzu hätten sich vergangene Woche zwei Franzosen und ein Finne gesellt. MuniFin habe eine 2025er Anleihe um EUR 500 Mio. zu ms -3 Bp aufgestockt. KUNTA, so der Ticker, habe eine Nachfrage in Höhe von über EUR 1,4 Mrd. verzeichnen können. Auch die Franzosen seien am Markt unterwegs gewesen: So vor allem UNEDIC und SFILFR. Ganz kampflos räume Unédic nicht das Feld für Social Bonds, Platz eins werde dennoch 2020 und 2021 an die EU gehen. Vergangene Handelswoche jedenfalls sei UNEDIC erneut mit EUR 2,5 Mrd. für zehn Jahre 15 Basispunkte über der französischen Referenzanleihe (OAT) gekommen. Das Orderbuch habe EUR 6,6 Mrd. betragen. Nur 25% der Investoren seien aus Frankreich gekommen. EUR 500 Mio. habe SFIL für acht Jahre in ihrem Green Bond einsammeln können. Der Spread sei 23 Bp über der Benchmark (FRTR 0.75% 11/25/28) gepreist worden. Der Bond sei zudem fast fünffach überzeichnet gewesen.

SCHHOL (ISIN DE000SHFM782 / WKN SHFM78) habe EUR 500 Mio. zu ms -2 Bp preisen können (9y) und ONT habe eine zehnjährige Benchmark (EUR 2,5 Mrd.) zu ms +24 Bp gebracht. Beim nördlichsten deutschen Bundesland sei keine Spreadbewegung gegenüber den Guidance zu verzeichnen gewesen, während der kanadische Deal zwei Basispunkte habe reinziehen können bei guter Überzeichnung (EUR 4,2 Mrd.).

Es sei noch kurz auf den MuniFin-Tap (EUR 100 Mio.) verwiesen (2026). Mehr Details seien nicht bekannt geworden. In die Zukunft blickend würden sich demnächst interessante Emissionen mit Seltenheitswert ergeben: So habe u.a. LCFB ein Konsortium für Investoren Calls mandatiert. Communauté française de Belgique, so die Langform, habe erst eine EUR-Benchmark ausstehend und sei bereits Teil der Ankaufprogramme des Eurosystems gewesen. Gestern Nachmittag habe dann noch NIESA für eine siebenjährige Benchmark (WNG) mandatierte. Wir rechnen mit zeitnaher Preisung, so die Analysten der NORD/LB. (Ausgabe 44 vom 18.11.2020) (18.11.2020/alc/a/a)





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