SSA-Markt: Menge an deutschen Deals - Primärmarkt im Vorfeld der US-Wahl gänzlich geruht


05.11.20 09:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Menge an deutschen Deals gebietet es diese Woche, direkt in medias res zu gehen und die Transaktionen aus hiesigen Gefilden zu durchleuchten, so Dr. Norman Rudschuck, CIIA bei NORD/LB.

Den Auftakt habe der Freistaat Sachsen mit einer Benchmark für neun Jahre zu ms -4 Bp gemacht. Zum Orderbuch sei nichts bekannt geworden. Nach 100 Mio. EUR, die zu Jahresbeginn überhaupt nur unter dem Ticker SAXONY (ISIN DE0001789303/ WKN178930) ausgestanden hätten, seien es nun 2,85 Mrd. EUR.

Kurz danach sei auch die Rentenbank auf das Parkett gekommen und habe 300 Mio. EUR in einem 2028er Tap zu ms -11 Bp eingesammelt. Dort habe auch die Guidance gelegen, die Orderbücher seien für Externe verschlossen geblieben.

Wenig später habe auch das Saarland für eine 20-jährige Laufzeit mandatiert. 500 Mio. EUR hätten zu ms +9 Bp die Besitzer gewechselt. Das Orderbuch habe bei mehr als 1,6 Mrd. EUR gelegen. Die Guidance sei mit ms +12 Bp area ausgeschrieben gewesen, sodass von einem ausgesprochen guten Deal die Rede gewesen sei.

Auch Brandenburg habe kleinen Refinanzierungsbedarf gehabt und eine 2027er Anleihe zu ms -3 Bp (300 Mio. EUR) getapt. Im ersten Schritt sei von 250 Mio. EUR bei einer Guidance von ms -1 Bp area die Rede gewesen. Das Orderbuch (395 Mio. EUR) und die Umstände am Markt hätten dann wohl jedoch für gewisse Bewegung gesorgt.

Auch Hessen habe eine Benchmark erfolgreich über die Ziellinie gebracht: 500 Mio. EUR für zehn Jahre zu ms -1 Bp. Dort hätten auch Guidance und Orderbuch gelegen. Die neue hessische Anleihe habe gestern knapp einen Basispunkt wider gehandelt als bei Emission. Dies sei im Ländersegment zuletzt äußerst unüblich gewesen.

Den Blick über Europa schweifend seien zwei weitere Transaktionen ins Auge sowie ins Gewicht gefallen: KOMMUN (ISIN XS2251782160 / WKN A284PM) und UNEDIC (Tap). Der Issuer aus den Nordics habe 13 Jahre gewählt und sei zu ms +13 Bp gekommen. Die Orderbücher hätten dabei bei über 850 Mio. EUR gelegen, jedoch habe die Transaktion gegenüber der Guidance keinen Basispunkt eingeengt. 32% der Investoren seien aus Deutschland, 29% aus Benelux und nur 14% aus Skandinavien gekommen. Dies sei üblich bei EUR-Transaktionen der nordischen Emittenten.

Die Franzosen hingegen seien mit einem Social Bond am Start gewesen und hätten ihre 2035er Laufzeit mit 1,5 Mrd. EUR 15 Bp über der französischen Referenzkurve getapt. Gegenüber der Guidance hätten 3 Bp wettgemacht werden können, habe das Buch doch bei mehr als 2,4 Mrd. EUR gelegen. Seit Mai summiere sich bei UNEDIC das soziale Primärmarktvolumen auf rund 13 Mrd. EUR. Damit seien sie year-to-date an Platz drei hinter CADES und der EU. Die EU werde sich in 2020 und 2021 jedoch jeweils Platz eins holen.

Gestern habe der Primärmarkt im Vorfeld der US-Wahl gänzlich geruht. Sonstige Mandatierungen habe es gestern für heutige Bepreisung keine gegeben. Für kommende Woche erwarten wir die zweite Dual Tranche bezüglich des SURE-Programmes seitens der EU, so die Analysten der NORD/LB. Ein Emittent aus der dritten Reihe (EUROFIMA) habe zudem Ende Oktober ein Konsortium für eine USD-Transaktion mandatiert und zuletzt Investorencalls durchgeführt (2. November). Die letzten vier EUR-Transaktionen seien grüner Gestalt gewesen; je eine in 2018 und 2019 sowie zwei im laufenden Jahr. (Ausgabe 42 vom 04.11.2020) (05.11.2020/alc/a/a)






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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0001789303 178930 103,38 € 102,26 €
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