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Russland: Weitere Zinserhöhung erwartet


16.07.21 10:00
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Angesichts des konjunkturellen Aufschwungs und der global gestiegenen Rohstoffpreise stieg die russische Inflation ab März deutlich über die Notenbank-Zielvorgabe von 4 Prozent, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Die Währungshüter hätten entsprechend reagiert und einen Zinserhöhungszyklus ins Leben gerufen. Seither seien die Zinsen dreimal angehoben worden. Der Leitzins liege nun bei 5,5 Prozent. Im Juni habe die Jahresteuerungsrate nun sogar bis auf rekordverdächtige 6,5 Prozent ansteigen können. Die zuletzt immer noch steigenden Ölpreise und sich beruhigende geopolitische Risiken, insbesondere nach dem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Biden und Vladimir Putin, würden den Russischen Rubel (RUB) stützen.

Hinzu komme, dass die Märkte von der Russischen Zentralbank (CBR) eine weitere Zinserhöhung um 75 Basispunkte erwarten würden. Hier schlummere zumindest ein geringes Enttäuschungspotenzial. Die Inflationsraten würden sich wieder abschwächen, sobald coronabedingte Sondereffekte wegfallen würden. Übrigbleiben dürfte ein attraktiverer Realzins, das pro-Argument für eine starke Währung schlechthin. Sobald aber weitere Notenbanken damit beginnen würden, ihre Geldpolitik zu straffen, dürfte der Rubel seinen Vorteil wieder abgeben. Geopolitische Risiken seien, wenngleich zuletzt etwas abgeschwächt, eine allgegenwärtige Belastung. Rücksetzer auf Kurse unter EUR/RUB 87,0000 könnten vor diesem Hintergrund für RUB-Verkäufer eine günstige Gelegenheit zum Absichern oder Konvertieren darstellen. (16.07.2021/alc/a/a)