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Russischer Rubel mit Aufwertungspotenzial?


13.11.20 11:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Wie Russlands Zentralbank diese Woche bekannt gab, entsprach der Leistungsbilanzüberschuss Russlands in der Periode von Januar bis Oktober einem Wert von 29,9 Milliarden US-Dollar, so die Analysten von Postbank Research.

Da der Wert von Januar bis September noch 24,1 Milliarden USD betragen habe, lasse sich rückschließen, dass Russland im Oktober einen vergleichsweise hohen Leistungsbilanzüberschuss von 5,8 Milliarden USD aufgewiesen habe. Obwohl die Zentralbank zusätzlich Fremdwährungsreserven im Wert von 2,5 Milliarden USD verkauft habe und die Investitionen ausländischer Anleger in Lokalwährungsanleihen für Kapitalzuflüsse in Höhe von 0,6 Milliarden USD gesorgt hätten, habe der Rubel keine Stärke finden können. Gegenüber dem Euro habe er sogar knapp sieben Prozent an Wert abgegeben. Wie die Daten zeigen würden, sei dies auf einen massiven Kapitalabfluss in Höhe von 8,8 Milliarden USD durch russische Unternehmen und Haushalte zurückzuführen.

Während die stützenden Faktoren des Rubels in Gestalt eines Leistungsbilanzüberschusses, von Devisenverkäufen der Zentralbank und Kapitalzuflüssen in Lokalwährungsanleihen bestehen bleiben dürften, sollte sich der Kapitalabfluss russischer Unternehmen und Haushalte als vorübergehend erweisen. Denn dieser dürfte neben einer erhöhten Unsicherheit im Vorfeld der US-Wahlen auch durch eine bevorstehende Steuererhöhung verursacht worden sein. Obgleich der Rubel diesen Monat bereits wieder zugelegt habe, biete sich damit Aufwertungspotenzial. (13.11.2020/alc/a/a)