Erweiterte Funktionen

Risikoprämien in der Eurozonen-Peripherie weiter gefallen


13.10.20 09:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Risikoprämien in der Eurozonen-Peripherie sind gestern im Tagesverlauf weiter gefallen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Die Differenz zwischen der italienischen und der deutschen 10-jährigen Rendite sei auf 122 BP gesunken und liege damit sogar unter dem Niveau vor Ausbruch der Corona-Krise. Mit einer Rendite von 0,72% bzw. 1,54% hätten 10-jährige bzw. 30-jährige italienische Anleihen sogar ein neues Allzeittief erreicht.

In den letzten Wochen hättn immer wieder EZB-Mitglieder die Unsicherheit bezüglich der weiteren wirtschaftlichen Erholung betont. Dies habe die Markterwartungen weiterer akkommodativer geldpolitischer Entscheidungen verstärkt. Für die nächste EZB-Sitzung am 29. Oktober werde eine Verlängerung bzw. Erhöhung der Anleihekäufe erwartet.

Weiter steigende Neuinfektionen in Großbritannien hätten Premierminister Johnson dazu veranlasst, weitere Einschränkungen im öffentlichen Leben zu verordnen. Die auch hier hohe wirtschaftliche Unsicherheit lasse einer Anfrage der Bank of England zufolge die Notenbank über eine weitere Absenkung der Zinsen auf ein Niveau unter 0 nachdenken (Anfang März wurde der Leitzins auf 0,1% gesenkt). Finanzinstrumente würden auf eine Absenkung ins Negative Mitte nächsten Jahres hindeuten. Bereits bei der nächsten Sitzung werde auch in UK mit einer Erhöhung des Anleihekaufprogramms gerechnet.

Am Datenkalender stehe für heute die Veröffentlichung der ZEW-Indikatoren an. Aufgrund der wieder angestiegenen Infektionsdynamik in Deutschland würden die Analysten der Raiffeisen Bank International AG bei der Erwartungskomponente einen leichten Rückgang von 73,9 auf 71,5 Punkte erwarten, wohingegen die Bewertung der aktuellen Lage sich leicht verbessert haben sollte (werde aber weiterhin im tief negativen Bereich zu finden sein, Prognose: -60). (13.10.2020/alc/a/a)