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Risikoprämien im Euroraum nach BVerfG-Urteil zu EZB-Anleihekäufen gestiegen


06.05.20 10:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Das deutsche Verfassungsgericht (BVerfG) bemängelte gestern in seinem Gerichtsurteil, die EZB habe die Verhältnismäßigkeit ihrer Staatsanleihekäufe nicht genügend geprüft, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Die EZB habe nun drei Monate Zeit eine Abwägung der Vor- und Nachteile zur Bestätigung der Verhältnismäßigkeit einzureichen, andernfalls würden die Käufe seitens der Bundesbank eingestellt. Die Richter hätten jedoch betont, dass es sich beim Anleihekaufprogramm prinzipiell um keine (verbotene) monetäre Haushaltsfinanzierung der Staaten handele. Aufgrund der bereits reichlich vorhanden Literatur der EZB zur Abwägung der Anleihekäufe würden die Analysten der Raiffeisen Bank International AG mit keinen Problemen bei der Einhaltung der Frist rechnen.

Die Renditen 10-jähriger Bunds seien nach Verkündung des Urteils gefallen, seien aber im Tagesverlauf jedoch wieder angestiegen und lägen aktuell bei ihrem Vortagesniveau von -0,57%. Nichtsdestotrotz sei die Unsicherheit im Euroraum etwas angestiegen, wie die gestiegenen Risikoprämien verdeutlichen würden: Die italienische 10-jährige Risikoprämie sei um 13 BP auf 246 angestiegen (Rendite 1,89%). Der EUR/USD sei leicht auf 1,08 gefallen.

In den USA sei der Rückgang des ISM für das nicht verarbeitende Gewerbe schwächer ausgefallen als erwartet, auf 41,8 statt den vom Konsens erwarteten 36,8.

Heute würden in der Eurozone verschiedene Stimmungsindikatoren veröffentlicht. Bei den Dienstleistungs-PMIs in Spanien und Italien erwarte man einen weiteren Rückgang im April auf jeweils 10 Punkte. Im Vormonat hätten die Werte bei 23 bzw. 17,4 gelegen. (06.05.2020/alc/a/a)