Risikobereitschaft nimmt zu - Zinstitel verbuchen trotzdem moderate Kursgewinne


13.03.18 11:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Fusionspläne deutscher Energieversorger und die Erleichterung nach den US-Arbeitsmarktdaten bestimmten zum Wochenauftakt das Geschehen an den Finanzmärkten, so die Analysten der Helaba.

Trotz zunehmender Risikobereitschaft und steigenden Aktiennotierungen hätten auch Zinstitel moderate Kursgewinne verbucht.

Bundesanleihen seien trotz des anstehenden hohen Emissionsvolumens während des gesamten Handelsverlaufs gut unterstützt geblieben. Allerdings seien die Umsätze angesichts fehlender Impulse von konjunktureller Seite verhalten geblieben. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe bei 65 BP verharrt. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,87%) und Belgien (0,90%) seien im Gleichschritt mit Bunds gelaufen. Belgien werde Anfang kommender Woche OLOs mit Fälligkeiten Oktober 2023, Juni 2028, 2037 und 2066 aufstocken.

Anleihen der EU-Peripherie seien zum Wochenstart unbeeindruckt des umfangreichen Angebotes neuer Anleihen gut unterstützt gewesen. Aus Sorge über die politische Lage in Italien und mit Blick auf die heutigen Auktionen hätten BTPs jedoch kleinere Zugeständnisse verkraften müssen. Der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer Bonds (1,99%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um einen BP ausgeweitet. Spanische (1,38%) und portugiesische Titel (1,80%) hätten gegen Bunds 1 BP gutgemacht.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen nach problemlosen Versteigerungen 3- (b/c 2,94) und 10-jähriger Notes (b/c 2,5) gesunken. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries habe sich auf 50 BP ermäßigt. In Fernost würden US-Treasuries angesichts nur geringer Aktivitäten an den asiatischen Aktienbörsen auf der Stelle treten.

Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)- (157,32) und Bobl-Kontrakt (130,44) hätten 26 bzw. 16 Stellen zugelegt, der Schatz (111,86) sei 4 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,63% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen sei auf 120 BP zurückgegangen. 10-jährige US-Treasuries würden 2 BP niedriger bei 2,88% rentieren. Der Euro klettere auf 1,233 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl steigt auf 61,3 US-Dollar.

In den Vereinigten Staaten würden Verbraucherpreise (0,2%/2,2%; Kernrate 0,2%/1,8%) mit Blick auf höhere Benzinpreise Überraschungspotenzial bergen und könnten die Zinsspekulation weiter anheizen. In den kommenden Tagen stünden dann Erzeuger- und Importpreise auf der Agenda.

Am Primärmarkt begebe Italien heute neue 7-jährige BTPs im Volumen von 3,5 bis 4 Mrd. Euro und stocke die im Oktober 2020, September 2033 sowie März 2047 fälligen Papiere um zusammen 3,75 bis 4,75 Mrd. Euro auf. Die Niederlande würden neue 10-jährige DSL (15.07.2028) im Volumen von 4 bis 6 Mrd. Euro anbieten. Das amerikanische Schatzamt versteigere 30-jährige Bonds im Volumen von 13 Mrd. US-Dollar. Insgesamt stelle das Nettoangebot von über 16 Mrd. Euro in überwiegend längeren Laufzeiten den Markt vor Herausforderungen.

Die Bayerische Landesbank habe einen 7-jährigen Hypothekenpfandbrief im Volumen von 500 Mio. Euro bei Midswap -16 BP begeben. Die Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale habe angekündigt, 5-jährige Hypothekenpfandbriefe im Volumen von mindestens 750 Mio. Euro sowie einen 10-jährigen Öffentlichen Pfandbrief über 500 Mio. Euro anbieten zu wollen. (13.03.2018/alc/a/a)