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Risikobereitschaft lässt etwas nach


08.07.20 10:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den Finanzmärkten hat die Risikobereitschaft etwas nachgelassen, nachdem in den Wochen zuvor meist überraschend positive Konjunkturzahlen für gute Laune gesorgt hatten, so die Analysten der Helaba.

Der Pandemieverlauf sei hingegen weniger kritisch beurteilt worden, obwohl die Zahl der Neuinfizierten vor allem in den USA erschreckend hoch sei. Insgesamt seien mittlerweile etwa drei Millionen Infektionen registriert und in einigen Regionen Corona-Lockerungen wieder rückgängig gemacht worden. Dies schrecke Präsident Trump aber nicht davor zurück, weitere Wahlkampfveranstaltungen vorzunehmen. Seiner Meinung nach verlaufe die Infektion bei 99% der Menschen gut. Er mache auch keinen Hehl daraus, dass er das Tragen einer Gesichtsmaske als lästig empfinde. Vorbildfunktion sei dies nicht und dies dürfte mit ein Grund für die hohen Infektionszahlen sein.

Ein eher sachlicher Umgang mit der Pandemie wie beispielsweise in vielen Ländern der EU scheine der bessere Weg zu sein. Die Covid-19-Ausbreitung sei hierzulande weitgehend unter Kontrolle. Die wirtschaftlichen Folgen seien aber enorm und daher komme es jetzt darauf an, dass die Europäische Union den milliardenschweren Hilfsfonds auf den Weg bringe. Der Ende kommender Woche anstehende EU-Gipfel werfe lange Schatten voraus. Es wäre wünschenswert, wenn sich die Staats- und Regierungschefs so schnell wie möglich auf eine gemeinsame Linie beim geplanten Wiederaufbaufonds einigen würden, sowohl was die Höhe, Ausgestaltung und Finanzierung betreffe. Ein gemeinsames Handeln wäre nicht nur wirkungsvoll im Kampf gegen die wirtschaftlichen Schäden durch die Corona-Pandemie, sondern auch ein starkes, vertrauensbildendes Zeichen an die Finanzmärkte. (08.07.2020/alc/a/a)