Risikoaversion nimmt zu - Staatsanleihen bester Bonität sind erste Wahl


07.12.17 10:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Bestellungen bei der deutschen Industrie sind im Oktober überraschend um 0,5% gestiegen, obwohl man nach den doch sehr starken Zuwächsen im September mit einem Rücksetzer gerechnet hatte, berichten die Analysten der Helaba.

Entsprechend dürfte die Industrieproduktion auch in den kommenden Monaten weiter auf Hochtouren laufen. Die rosigen Konjunkturaussichten nehme EZB-Direktor Mersch zum Anlass, vor einer zu späten Zinserhöhung zu warnen. Die Notenbank laufe Gefahr, bei zu langer Forward Guidance den Zeitpunkt für einen Zinsschritt zu verpassen und dann umso heftiger reagieren zu müssen.

Die internationalen Finanzmärkte hätten auf die Gemengelage verhalten reagiert. Die anhaltende Diskussion um die Ausgestaltung der geplanten Steuerreform in den USA sowie die Furcht vor einer Eskalation der Gewalt im Nahen Osten hätten Anleger zurückgehalten.

Mit zunehmender Risikoaversion seien Staatsanleihen bester Bonität erste Wahl gewesen. Bundesanleihen hätten mit einsetzender Erholung der Aktien ihre Gewinne aber nicht komplett ins Ziel retten können. Kurze und mittlere Fälligkeiten hätten am ehesten von der Flucht in den sicheren Hafen profitiert. Die Versteigerung von 2 Mrd. Euro der 10-jährigen Bundesanleihe sei trotz des freundlichen Umfeldes ausgesprochen schleppend verlaufen. Die Gebote hätten nicht einmal den Aufstockungsbetrag erreicht. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 82 BP ausgeweitet. Umsätze seien erneut zum überwiegenden Teil dem Kontraktwechsel an der EUREX geschuldet gewesen. Im Vorfeld der heutigen Auktion in Frankreich sei es dort zu leichten Zugeständnissen gekommen, 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,61%) und Belgien (0,49%) würden auf Bunds gut einen BP verlieren.

Anleihen der EU-Peripherie hätten gegen ihre Pendants aus den Kernländern deutlich an Boden verloren. Wegen des Feiertages in Spanien seien Umsätze in der Kasse Mangelware geblieben. Die heutige Versteigerung von 3 bis 4 Mrd. Euro SPGBs erfordere aber auch Konzessionen. Der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (1,71%), spanischer (1,42%) und portugiesischer Bonds (1,85%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 4, 4 bzw. 2 BP ausgeweitet.

Am US-Bondmarkt hätten sich die Renditen kaum von der Stelle bewegt. Der ADP-Beschäftigungsreport (190K) habe die erwartete Indikation für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag geliefert. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries weite sich geringfügig auf 60 BP aus. In Fernost würden US-Treasuries keine Reaktion auf die deutliche Erholung an den Aktienbörsen zeigen.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (163,43) habe 15 Stellen zugelegt, Bobl (131,63) und Schatz (112,205) seien 11 bzw. 4,5 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,30% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen verharre bei 105 BP. 10-jährige US-Treasuries würden unverändert bei 2,34% rentieren. Der Euro gebe auf 1,179 US-Dollar nach, der Preis für das Barrel Öl falle auf 56,1 US-Dollar.

Die deutsche Industrieproduktion (0,9%/4,3%) sollte im Oktober von den hohen Bestellungen profitiert haben. Endgültige Wachstumszahlen des 3.Quartals in der Eurozone (0,6%/2,5%) sowie die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (240K) in den Vereinigten Staaten dürften dagegen nur am Rande interessieren.

Am Primärmarkt biete Spanien 5-, 10- und 24-jährige SPGBs sowie 4-jährige Linker im Volumen von zusammen 3,25 bis 4,75 Mrd. Euro an. Frankreich versteigere 4 Mrd. Euro in Laufzeiten November 2026, April 2029 und Juni 2039. Großbritannien stocke 30-jährige Gilts um 2,25 Mrd. GBP auf. (07.12.2017/alc/a/a)





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DE0009652644 965264 166,40 € 158,73 €