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Risikoaufschläge Italiens und Spaniens stagnieren im "risk off"-Umfeld


18.11.20 09:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Nachdem am Montag noch die Impfstoffnews für eine klassische "risk on"-Stimmung und damit Renditeanstiege bei sicheren Häfen (insb. USA) gesorgt hatten, fokussierten sich die Märkte gestern wieder auf das von steigenden Infektionen (insb. USA) und Restriktionen geprägte Hier und Jetzt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Wenig hätten die Staatsanleihemärkte hingegen auf die Blockadehaltung Polens und Ungarns beim EU-Budget und Wiederaufbaufonds reagiert. Im gestrigen "risk off"-Umfeld hätten die Risikoaufschläge Italiens und Spaniens lediglich stagniert. Das morgige Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs rücke nun in den Fokus. Bei der gestrigen Unterredung der Europaminister seien nochmal die bekannten Positionen abgesteckt worden.

Datenseitig seien gestern die USA im Fokus gestanden. Die Einzelhandelsumsätze hätten dabei im Oktober einen etwas geringen Anstieg verzeichnet als vom Konsens erwartet (0,3% p.m. vs. 0,5% p.m.). Etwas deutlicher sei die Zielverfehlung unter Ausklammerung der besonders volatilen Verkäufe von Autos, Benzin und Baumaterialien ausgefallen (0,1% p.m. vs. 0,5% p.m.). Angesichts des Infektionsverlaufes in den USA und dem damit einhergehenden (regional) verordneten und vorsorglichen Konsumverzicht sowie dem zumindest kurzfristig (noch dieses Jahr) wenig wahrscheinlichen Fiskalpaket sei durchaus noch mit der ein oder anderen schwachen Veröffentlichung zu rechnen. Das ebenfalls gestern vermeldete Plus im Industriesektor (Verarbeitendes Gewerbe, Oktober) habe dagegen mit 1,0% p.m. auf Höhe der Erwartungen gelegen, wobei die Industrieaktivität damit - anders als die Einzelhandelsumsätze - weiterhin unter dem Vor-Corona Niveau-liege. Heute seien relevante Daten Mangelware, lediglich Daten zum US-Immobilienmarkt seien erwähnenswert. (18.11.2020/alc/a/a)