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Risikoaktiva profitieren von niedrigen Realrenditen


11.09.20 13:30
Bank J. Safra Sarasin AG

Basel (www.anleihencheck.de) - 2020 dürfte nicht nur als Corona-Jahr in die Geschichtsbücher eingehen, sondern auch als ein Jahr enormer struktureller Veränderungen in verschiedensten Industriebereichen, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.

Infolge der beispiellosen fiskalischen und monetären Unterstützungsmaßnahmen würden die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG für den Rest des Jahres eine relativ starke Erholung der Weltwirtschaft erwarten.

Die Geschwindigkeit und die Stärke der jüngsten Erholung an den Finanzmärkten seien bemerkenswert. Sie seien nur durch starke fiskalische und monetäre Anreize möglich gewesen, welche die Realzinsen deutlich schneller nach unten getrieben hätten, als dies in der weltweiten Finanzkrise der Fall gewesen sei. Diese Faktoren würden risikoreichere Anlagen, Unternehmensanleihen und Sachwerte begünstigen.

Dr. Karsten Junius, Chief Economist: "Wir gehen von einer relativ starken Erholung der Weltwirtschaft in dieser zweiten Jahreshälfte 2020 aus. Diese Entwicklung sehen wir bedingt durch drei Faktoren: Fiskalische Maßnahmen, expansive Geldpolitik und die Fähigkeit des Menschen, sich an die negativen Begleiterscheinungen der Covid-19-Krise anzupassen.

Rückblickend auf das Jahr 2020 werden wir später nicht nur sagen, dass dies das Jahr der Covid-19-Pandemie war, sondern auch jenes Jahr, in dem - bedingt durch eben diese Pandemie - enorme Strukturveränderungen stattfanden. Wir befinden uns mitten in einer IT-Revolution, in der uns die Pandemie dazu zwingt, uns schnellstmöglich an neue Technologien anzupassen. Dies zeigen der steigende Anteil von Investitionen in Software am BIP oder der Anstieg im Online-Handel. Es ist daher wichtig, staatliche Hilfen nicht zum Dauerprogramm werden zu lassen, um dem Strukturwandel mehr Raum zu geben, denn von ihm hängen höhere Produktivität und Wohlergehen langfristig ab.

An den Finanzmärkten hängt viel von niedrigen Zinsen ab. Die Frage ist, ob sie über einen längeren Zeitraum niedrig bleiben können. Wir glauben, dass dies der Fall sein wird, was Werte wie Aktien und Unternehmensanleihen begünstigt. Von diesem Umfeld profitieren ebenfalls Gold und Immobilien. Weiterhin benachteiligt sein dürfte der US-Dollar, da der bisherige Zinsvorteil nahezu aufgebraucht ist.

Wir bevorzugen US- und Emerging Markets-Aktien, dabei vor allem China. Von uns präferierte Branchen sind IT, zyklische Segmente und Kommunikationsdienste wie Social Media-und Internet-Dienste, die in Zeiten von "social distancing" zulegen konnten." (11.09.2020/alc/a/a)