Die Rhetorik bei der EZB verändert sich


12.04.18 11:30
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Allen Marktteilnehmern ist klar, dass die Kehrtwende in der europäischen Zinspolitik bevorsteht, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Aber wegen der sich täglich vermehrenden politischen und wirtschaftlichen Streitthemen sei eine seriöse Prognose hinsichtlich des Zeitplans nicht möglich. Jedoch sei ein so genanntes Drehbuch für die Zinswende nur die eine Seite der Medaille. Denn bevor man den Plan in die Tat umsetzen könne, müssten die Finanzmärkte auf die geldpolitischen Anpassungen mit einer geänderten Kommunikation vorbereitet werden. Hierin liege zunächst das Hauptproblem, denn bisher habe man den einzelnen Ratsmitgliedern außerhalb der siebentägigen "Quiet Periode" keinen Maulkorb angelegt.

So sei man immer wieder mit den Bedenken eines Jens Weidmann zu den aktuellen EZB-Ankaufprogrammen oder aber auch mit den Gedanken eines Vitor Constancio, dem im kommenden Monat scheidenden EZB-Vizepräsidenten, bzw. von Benoit Coeure konfrontiert worden. Habe Jens Weidmann stets die Dringlichkeit eines Endes von QE betont, so habe Vitor Constancio immer wieder - mit dem Hinweis auf das noch nicht erreichte Inflationsziel - vor einem zu raschen Wechsel auf eine straffere Geldpolitik gewarnt. Auch der Franzose Benoit Coeure verweise bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf, dass Geldpolitik eine langfristige Angelegenheit sei und noch für längere Zeit - die Wirtschaft unterstützend - eingesetzt werde. Dies bedeute im Umkehrschluss, dass für Investoren der Traum von inflationsausgleichenden Zinsen auch in naher Zukunft nicht in Erfüllung gehen werde.

Dies heiße allerdings nicht, dass Zinsanpassungen generell ausgeschlossen werden könnten. Es werde im Zuge der anstehenden Zinsentscheidungen der wichtigen Notenbanken sehr viel Fingerspitzengefühl von den Notenbankern um Mario Draghi verlangt werden. Doch was bedeute das? Sollten die Marktteilnehmer immer wieder mit den gleichen Argumenten auf den Tag "X" vorbereitet werden? Nein, das könne und werde nicht die Strategie sein. Eher stelle sich das Gefühl ein, dass die Notenbanker mit unterschiedlichen Sichtweisen eine "Schaukelbewegung" initiieren sollten, um die Reaktionen der Marktteilnehmer besser beurteilen zu können.

Anders sei die jüngste Äußerung des österreichischen Vertreters Ewald Nowotny zu Anleihekäufen und Zinsentwicklung nicht zu verstehen. In einem Interview habe er die Möglichkeit einer Erhöhung des Einlagensatzes von -0,40% auf -0,20% ins Spiel gebracht, und zwar noch bevor der Leitzins erhöht werden würde. Die Reaktion an den Devisenmärkten habe nicht lange auf sich warten lassen. Aber auch die Tatsache, dass ein EZB-Sprecher sich genötigt gesehen habe, darauf hinzuweisen, dies spiegele nicht die Meinung des EZB-Rates wider, sondern nur des Gouverneurs Nowotny, lasse vermuten, dass in den kommenden Wochen und Monaten noch viele dieser "Testballons" aufsteigen würden.

Solle das etwa heißen, D.T., der Unberechenbare, habe Erfolg mit seiner aggressiven Art, Wirtschaftspartner durch eine protektionistische Handelspolitik unter Druck zu setzen? Tatsächlich scheinen die Drohungen des US-Präsidenten in China Wirkung zu entfalten, so die Analysten der Baader Bank. Nachdem Trump seine Keule der Androhung von Strafzöllen geschwungen habe, gebe sich der Staatschef in Peking, Xi Jinping, gefügig. Bei dem Gipfel im chinesischen Davos, Boao, habe Xi avisiert, seine Regierung werde ausländischen Unternehmen, insbesondere aus der Finanzbranche, den Markteintritt in China erleichtern.

Auch der Forderung der Autoindustrie nach einer Lockerung von Beteiligungsregeln wolle Peking offenbar nachgeben. Ebenso solle geistiges Eigentum künftig besser geschützt werden. Bekanntlich würden westliche Firmen immer wieder den mangelnden Schutz von Patentrechten im Reich der Mitte beklagen. Als weiteres Zugeständnis gegenüber den USA, aber auch Europa, zähle insbesondere die Ankündigung von Xi, die Zölle auf importierte Autos beträchtlich zu senken - ein Umstand, der natürlich auch in der deutschen Autoindustrie für Jubel sorgen dürfte. China belege zurzeit die Einfuhr ausländischer Fahrzeuge mit 25% Zoll. Ebenso habe die Ankündigung der Chinesischen Zentralbank, auf eine Abwertung der Landeswährung Yuan als Druckmittel gegen Washington zu verzichten, für weitere Entspannung gesorgt.

Wieviel diese Signale, die da Peking aussende, wert seien, müsse sich zwar erst noch zeigen. Schließlich habe sich Xi bereits vor gut einem Jahr im schweizerischen Davos nahezu wortgleich geäußert. Und geschehen sei bislang reichlich wenig. Im Gegenteil, Beobachter würden immer wieder darauf hinweisen, dass sich die Situation für ausländische Firmen in China in den vergangenen Jahren häufig verschlechtert und nicht etwa verbessert habe.

Aber dass China nun liefern werde, davon seien die Kapitalmärkte überzeugt. Dies würden die Reaktionen an den weltweiten Aktienmärkten zeigen, die allesamt mit steigenden Kursen reagiert hätten. Das Gespenst eines andauernden Handelskriegs sei mit Xis Einlenken zunächst einmal verscheucht. Trump, der China gedroht habe, Produktgruppen im Volumen von 100 Mrd. USD mit Strafzöllen zu belegen, könne die Zugeständnisse aus Peking als seinen Erfolg verbuchen. Dennoch werde seine Unberechenbarkeit etwa im Syrien-Konflikt weiterhin dazu beitragen, dass die Kapitalmärkte auch künftig volatil bleiben würden. So bereits gestern geschehen. Via Twitter einen militärischen Schlag anzukündigen, sei eines Staatsmannes nicht würdig. In Zeiten von Kennedy und Nixon habe man die Botschafter der betroffenen Staaten einbestellt, um die weiteren Schritte zu erläutern bzw. anzudrohen. Das seien noch Zeiten gewesen - gute alte Zeiten!

Es sei die erste richtige Machtprobe zwischen den Gewerkschaften und Staatspräsident Emmanuel Macron, die sich derzeit im Nachbarland Frankreich abspiele. Im Arbeitskampf mit den Bahnarbeitern, Müllwerkern oder Air-France-Beschäftigten wolle sich der Hausherr im Elysée-Palast als starker Präsident profilieren - ein Spiel mit hohem Risiko. Denn sollte Macron den Kampf verlieren, wären wesentlich wichtigere Reformen, die es anzupacken gelte, gefährdet. Unter anderem liege die Malaise in einem ausgeprägten Mangel an Fachkräften bzw. den hohen Unternehmenssteuern.

Immerhin, geliefert habe Frankreichs junger Präsident beim Thema Haushalt. Erstmals seit zehn Jahren habe Paris 2017 mit 2,6% sein Budgetdefizit wieder unter die Maastricht-Norm von 3% drücken können. Auch für das laufende und das kommende Jahr sei damit zu rechnen, dass die 3%-Grenze nicht gerissen werde.

Aber auch Italien habe 2017 das Maastricht-Kriterium für die Neuverschuldung eingehalten. Mit 2,3% liege der Wert allerdings über den erwarteten 1,9%, von denen Rom ursprünglich ausgegangen sei. Notwendig geworden sei die Korrektur nach oben wegen der Pleite zweier Banken in Venetien sowie der Traditionsbank Monte dei Paschi, die allesamt durch Staatsgelder gerettet worden seien. Insgesamt betrage der Schuldenberg in Italien 131,8% des BIPs und liege damit doppelt so hoch wie der in Deutschland. Ungewiss sei der weitere Kurs von Italien, nachdem es bei den Parlamentswahlen am 4. März eine Pattsituation gegeben habe. Diesen Donnerstag solle die zweite Konsultationsrunde über eine Regierungsbildung starten.

Um Staatsschulden gehe es auch weiterhin in Griechenland, genauer gesagt um Schuldenerleichterungen, wie sie die Regierung in Athen erneut anstrebe. Zwar solle Griechenland nach acht Jahren Krise das internationale Rettungsprogramm beenden. Doch auch wenn dann die letzten Hilfskredite geflossen sein würden, bleibe Athen auf einem riesigen Schuldenberg sitzen. Der werde bis Jahresende auf 332 Mrd. Euro oder 180% des BIPs anwachsen, was für das griechische Schuldendrama heiße: Kein Ende in Sicht. Daher hätten der Eurorettungsschirm ESM und Frankreich nun Vorschläge gemacht, wie man die Laufzeiten der Hilfskredite weiter strecken könnte. Dass es zu Schuldenerleichterungen für Athen kommen werde, scheine bereits festzustehen. Einzig offen sei die Frage nach dem Wie für diese insbesondere in Deutschland unpopuläre Maßnahme.

Dass die wirtschaftlichen Folgen eines Austritts von Großbritannien aus der EU beträchtlich sein würden, darauf würden Wirtschaftsvertreter immer wieder hinweisen. So drücke der Brexit laut einer Studie sogar schon länger auf die Stimmung der britischen Banken als die globale Finanzkrise. Im ersten Quartal 2017 habe der CBI/PwC-Barometer bei minus 17% und damit das achte Quartal in Folge gelegen. Nicht von Ungefähr habe EU-Chefunterhändler Michel Barnier Großbritannien zum Verbleib in Binnenmarkt und Zollunion der Gemeinschaft aufgerufen. Das sei die einzige Option, die einen reibungslosen Handel ohne Kontrollen ermögliche, so Barnier. Daher strebe die EU ein weitgehendes Freihandelsabkommen mit Großbritannien an, sehe jedoch auch die Grenzen einer solchen Regelung mit Blick auf Mitbestimmungsrechte und den Marktzugang für britische Firmen in den EU-Binnenmarkt.

Doch die EU-Verhandlungsdelegation um Barnier habe nicht nur wirtschaftliche Themen im Blick, sondern auch die politisch brisante Frage nach der Grenzsituation zwischen Nordirland und der Republik Irland. Sei es doch der Status einer "no hard border" gewesen, der die Grundlage des Karfreitagsabkommens von 1998 dargestellt habe, das zu einer Befriedung des jahrzehntelangen Bürgerkriegs in der Region geführt habe. Mit Beginn des Brexits müsste es mitten in Irland wieder Zoll- und Warenkontrollen geben, weil die EU ein unbeschränktes Einfallstor in ihren Binnenmarkt nicht zulassen wolle.

Deshalb strebe die EU durch eine Ausnahmeregelung für Nordirland die Integration in die EU-Zollunion an. In der Konsequenz wären dann Kontrollen zwischen Nordirland und dem Rest des Vereinigten Königreiches nötig. Damit würde die Außengrenze der EU mitten durch Großbritannien verlaufen, was wiederum insbesondere die Brexiteers nicht zulassen möchten. Setze sich aber die Idee von Barnier durch, würde Nordirland im Prinzip weiter wie ein Mitglied der EU behandelt werden.

Die Themen, die es für die Verhandlungspartner abzuarbeiten gelte, seien also vielfältig. Erst recht, wenn man bedenke, dass die Zeit knapp werde. Auf 29. März 2019, also in weniger als zwölf Monaten, sei der Brexit terminiert. Daher sollte das eigentliche Austrittsabkommen bereits bis Oktober ausgearbeitet sein. Doch wie solle das gelingen?

Angesichts der lauten Töne eines drohenden Handelskrieges sei die Frage nach dem Haushaltsdefizit der USA etwas in den Hintergrund getreten. Wie nun eine neue Analyse des Haushaltsbüros des US-Kongresses offenbart habe, werde sich die Neuverschuldung des Landes im Fiskaljahr (bis Ende September) um 139 Mrd. USD auf 804 Mrd. USD erhöhen. Ursache dieser Entwicklung sei die Steuerreform von D.T., dem Unberechenbaren, und das erst kürzlich gebilligte Haushaltsgesetz. Zwar werde davon ausgegangen, dass die Steuerreform für jährlich 0,7% mehr Wachstum sorge. Dieser Schub könne aber die entstehende Haushaltslücke nur teilweise ausfüllen. Trump habe dagegen behauptet, dass sich die Steuerkürzungen selbst tragen würden. Wie das überparteiliche Haushaltsbüro (CBO) weiter festgestellt habe, solle das Defizit weiter "substanziell wachsen", bevor 2023 eine Stabilisierung eintrete.

Auch in relativen Zahlen sei dieser Trend besorgniserregend. So werde das Defizit von 3,5% des BIPs auf 5,1% im Jahr 2022 ansteigen. Sollten keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, werde das Defizit auch auf diesem Niveau verharren. Damit sehe sich Trump mit einer sich verschlechternden Haushaltslage konfrontiert. Entsprechend werde die Staatsschuldenquote in den kommenden zehn Jahren auf nahezu 100% des BIPs ansteigen und damit den höchsten Schuldenstand seit dem Zweiten Weltkrieg erreichen.

Infolge der Marktentwicklung seien in den vergangenen Wochen immer wieder Anleihen gemäß den Emissionsbedingungen vorzeitig gekündigt worden und die Investoren der dadurch nach Wiederanlage verlangenden finanziellen Mittel hätten unter zahlreichen Neuemissionen auswählen können, wobei allerdings nicht mehr annähernd die damalige Renditen erzielt werden könnten.

So habe beispielsweise das Unternehmen Coty, ein Parfüm- und Kosmetikkonzern mit Sitz in New York, zwei Anleihen platziert und dadurch insgesamt 800 Mio. Euro refinanziert. Der erste Teil der Dualtranche (ISIN XS1801786275 / WKN A19YUL) sei am 15.04.2023 endfällig und mit einem Kupon von 4% (halbjährliche Zinszahlung) ausgestattet. Begeben worden sei diese Tranche bei pari, was einem Emissionsspread von +409 Bps über Bunds entsprochen habe. In den Anleihebedingungen sei eine vorzeitige Rückzahlung zum 15.04.2020 zu 102%, zum 15.04.2021 zu 101% bzw. zum 15.04.2022 zu 100% festgeschrieben worden.

Die zweite Tranche (ISIN XS1801788305 / WKN A19YVH) sei erst am 15.04.2026 fällig und nach dem gleichen Muster begeben worden. Das heiße ebenfalls halbjährliche Zinszahlung (Kupon: 4,75% p.a.), Begebung zu 100% (+449 Bps über Bunds) und jährliche Kündigungsmöglichkeit ab dem 15.04.2021 zu gestaffelten Preisen (103,563%/102,375%/101,188% bzw. 100%). Bei beiden Gattungen sei die Mindeststückelung auf nominal 100.000 Euro fixiert worden.

Aber auch Unternehmen der Autobranche, wie das niederländische Tochterunternehmen, Volkswagen Fin. Serv., hätten den Investoren Material zur Verfügung gestellt. Neben einem Floater (ISIN XS1806435324 / WKN A2LQJZ) mit Mindeststückelung von nominal 100.000 Euro, der zu 100,228% emittiert worden sei, am 11.10.2019 zur Rückzahlung anstehe und dessen Zins sich am 3-Monats-Euribor orientiere (+0,35 PP und aktuell bei 0,021%), seien auch noch zwei weitere Emissionen aufgelegt worden.

Die zweite Anleihe (ISIN XS1806453814 / WKN A2LQJ0) sei am 12.04.2021 zurückzuzahlen, habe einen jährlichen Kupon von 0,375%, sei zu 99,926% emittiert worden (+37 Bps über Mid Swap) und 500 Mio. Euro schwer. Die am 12.04.2023 fällig werdende Gattung (ISIN XS1806457211 / WKN A2LQJ1), im Volumen von 750 Mio. Euro, sei zu 99,505% begeben worden und mit einem jährlichen Kupon von 0,875% ausgestattet. Dies habe einem Spread von +60 Bps über Mid Swap entsprochen. Die beiden zuletzt genannten Volkswagen-Anleihen seien in der privatkundenfreundlichen Stückelung (nominal 1.000 Euro) aufgelegt worden. Zusammen mit dem Floater habe Volkswagen somit 2,25 Mrd. Euro aufnehmen können.

Andere Autohersteller wie die französischen Unternehmen PSA (ISIN XS1808861840) und Renault (ISIN FR0013329315) hätten dem nicht nachstehen wollen. PSA habe sich dadurch die aktuellen Konditionen für fünf Jahre und Renault für sechs Jahre gesichert. Nähere Informationen zu diesen beiden Bonds würden Anleger im Internet unter www.bondboard.de erhalten.

In diesem aktuellen weltpolitischen Umfeld eine Trendeinschätzung an den internationalen Finanzmärkten zu wagen, komme einem Blick in die Glaskugel gleich. Hätten doch die unterschiedlichsten Schlagzeilen zu Handelsbeschränkungen, Strafzöllen, Brexit und zukünftiger Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks zu oftmals spiegelbildlichen Reaktionen an den Aktien- und Rentenmärkten geführt. Jetzt allerdings bestehe die Möglichkeit - im Falle einer Rückkehr der Risikobereitschaft an den Aktienmärkten - zu überprüfen, ob sich dadurch die Renditenrückgänge wieder umkehren würden.

Grundsätzlich sei anzumerken, dass der Mitte Februar initiierte Aufwärtstrend weiterhin intakt sei. Somit würden sich nach charttechnischer Analyse ein erster Widerstand im Bereich 159,60% und ein zweiter bei ca. 160,26% ergeben. Die untere Unterstützungslinie des aufwärts gerichteten Trendkanals verlaufe momentan bei ca. 159,14% mit einer täglichen Steigerung von +0,11 Prozentpunkten.

Insgesamt seien viele Marktteilnehmer von der positiven Entwicklung der Anleihekurse überrascht worden, aber auf dem aktuellen Niveau bei den 2-, 5- und 10-jährigen Bunds bestehe unter normalen Voraussetzungen keine Veranlassung, auf weiter steigende Kurse zu setzen. Sollte sich jedoch die Situation bei einem der diversen Krisenherde dramatisch verändern, so wäre auch von hier aus ein weiterer Anstieg möglich. Normalerweise sollten allerdings eine Beruhigung an den Aktienmärkten und die Rückkehr der Vernunft bei den Politikern eher für einen Rücksetzer beim Sorgenbarometer sorgen.

Aktuell notiere der Euro-Bund-Future bei ca. 159,45%, was einer Rendite für 10-jährige Bunds von ca. 0,50% entspreche.

In dieser Handelswoche hätten die USA insgesamt T-Bills, T-Notes und T-Bonds für 199 Mrd. USD aufgelegt und somit die 200er Milliarden-Grenze nur knapp verfehlt. Emittiert worden seien einmal die wöchentlich üblichen Geldmarktpapiere (vier Wochen, drei und sechs Monate) für 135 Mrd. USD sowie T-Notes mit Laufzeiten von drei und zehn Jahren für insgesamt 51 Mrd. USD. Abgerundet werde das Ganze am heutigen Donnerstag mit der Aufstockung der 30-jährigen T-Bonds.

In Euroland hingegen seien wesentlich kleinere "Brötchen" gebacken worden. So hätten sich neben Deutschland die Niederlande (ISIN NL0012650469 / WKN A19QGZ, 2024), Österreich (ISIN AT0000A1ZGE4 / WKN A19VB0, 2028; ISIN AT0000A04967 / WKN A0G4X4, 2037) und Italien mit diversen Aufstockungen am Kapitalmarkt aktiv gezeigt. Insgesamt seien auf diesem Wege ca. 11 Mrd. Euro eingesammelt worden.

Für die Bundesrepublik Deutschland sei einmal die inflationsindexierte Anleihe (ISIN DE0001030567 / WKN 103056, 2026) um 500 Mio. Euro auf nunmehr 14 Mrd. Euro und die 2046 endfällige Anleihe (ISIN DE0001102341 / WKN 110234) um 1,5 Mrd. Euro auf 24,5 Mrd. Euro aufgestockt worden. Die Zuteilung sei beim Linker zur realen Durchschnittsrendite von -1,11% und bei der technisch unterzeichneten Bundesanleihe mit einer Durchschnittsrendite von 1,12% erfolgt. Anzumerken sei hierbei, dass für die 1,5 Mrd. Euro lediglich Kaufaufträge im Volumen von 1,073 Mrd. Euro aufgegeben worden seien. Hiervon seien 1,043 Mrd. Euro berücksichtigt und die restlichen 457 Mio. Euro zur Marktpflege umgebucht worden.

Am Devisenmarkt seien es dieser Tage die Währungen Russlands sowie der Türkei, welche die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf sich ziehen würden. Beide Staaten verbinde eine enge Handelsbeziehung und dies dürfte mit ein Grund dafür sein, dass der Außenwert dieser beiden Währungen so stark gefallen sei.

Die neuerlichen Sanktionen der Vereinigten Staaten gegenüber Russland brachten neben dem heimischen Aktienmarkt auch die eigene Währung gewaltig unter Druck, so die Analysten der Baader Bank. Im Vergleich zum US-Dollar habe der Russiche Rubel (RUB) deutlich verloren. Ein Dollar habe zeitweise 65,0396 RUB gekostet und damit den höchsten Wert seit November 2016 erreicht. Vor der Veröffentlichung der neuen Sanktionen habe der US-Dollar noch bei einem Wechselkurs von 58 RUB gehandelt. Auch zum Euro zeige sich das gleiche Bild. So habe die Gemeinschaftswährung erstmals seit März 2016 wieder die Marke von 80 RUB überspringen können.

Eine noch schlechtere Entwicklung sei in den vergangenen Handelstagen bei der türkischen Landeswährung zu beobachten. Der Kurs der Türkischen Lira (TRY) sei mittlerweile seit geraumer Zeit im freien Fall. Zum Wochenstart sei der Euro erstmals über die wichtige Marke von 5 TRY gestiegen. Damit setze die Bosporus-Währung ihre Talfahrt fort und habe neue Rekordtiefs sowohl gegenüber dem Euro (5,1940 TRY) als auch dem Greenback (4,1934 TRY) markiert.

Das Devisenpaar EUR/USD habe in den vergangenen drei Wochen in einer relativ engen Tradingrange zwischen 1,2215 USD und 1,2476 USD gehandelt, um nach der gestrigen Veröffentlichung des Protokolls der letzten FOMC-Sitzung heute Morgen bei 1,2365 USD zu notieren.

Bei den Fremdwährungsanleihen hätten aufgrund der aktuellen Entwicklungen Bonds lautend auf Russische Rubel und Türkische Lira im Fokus der Privatanleger gestanden. Darüber hinaus hätten Währungsanleihen auf US-Dollar, Südafrikanische Rand sowie auch vereinzelt Mexikanische Peso zu den gesuchten Papieren gezählt.

Disclaimer:

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (12.04.2018/alc/a/a)





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