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Rentenmarkt: Ein skeptischer Blick auf die neuen Defizitpläne Roms


01.10.18 15:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Der Rentenmarkt blickt aktuell mit ziemlich großer Skepsis auf die Haushaltpläne der italienischen Regierung, so die Analysten der NORD LB.

Die von Rom avisierten zukünftigen Staatsausgaben würden von den Anlegern offenbar sehr kritisch gesehen. Die Marktteilnehmer hätten offenkundig auf mehr Mut zu Einsparungen gehofft. Entsprechend würden sich die von den Marktteilnehmern geforderten Risikoprämien wieder erhöhen; die Rendite von Italiens Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren pendele aktuell um 3,20%. Der Rentenmarkt werde nun sehr genau auf die weiteren Entwicklungen in Rom achten. Auch Brüssel spiele in diesem Kontext natürlich eine große Rolle. Politische Märkte seien für Anleger immer schwierig.

Daneben würden Wirtschaftsdaten aus den USA von hoher Relevanz für das Marktgeschehen im Anleihesegment bleiben. Die Freitag zur Meldung anstehenden offiziellen Zahlen zur Lage am US-Arbeitsmarkt könnten leicht vom Wirbelsturm Florence verzerrt sein, sollten aber in der Summe keine Hinweise auf eine nachhaltige Schwäche der Ökonomie der Vereinigten Staaten liefern. Aufgrund ihrer Ziele wäre diese Nachricht von hoher Relevanz für die US-Notenbank, die dann auch im Dezember unter Zugzwang bleiben sollte. Dieses Szenario werde vom globalen Rentenmarkt momentan aber wohl bereits sehr weitgehend eingepreist.

Auch die US-Handelspolitik müsse von den Anlegern im Bond-Bereich genau im Auge behalten werden. Kurz vor Toresschluss hätten sich die USA und Kanada in der Tat doch noch auf einen Kompromiss im Streit um ein trilaterales Handelsabkommen zwischen den beiden Nationen und Mexiko einigen können. Natürlich sei es wieder einmal zu einer Übereinkunft in letzter Minute gekommen. Die Politiker beider Länder könnten ihren Wählern damit medienwirksam signalisieren, dass sehr hart um eine konstruktive Lösung gerungen worden sei. Dies möge beispielsweise schon eine Relevanz mit Blick auf die "Midterm-Elections" in den USA haben. Ob man aus dieser Nachricht generellere Schlüsse bezüglich der weiteren handelspolitischen Pläne Washingtons herleiten sollte, werde allerdings abzuwarten bleiben; Peking sei nicht Ottawa!

(01.10.2018/alc/a/a)