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Rentenmarkt quittiert US-Inflationsdaten mit fallenden Treasury-Renditen


14.10.21 09:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die gestrige US-Verbraucherpreisinflation entsprach im Großen und Ganzen den Erwartungen, was bedeutet, dass die Inflationsraten im Jahresvergleich auf einem hohen Niveau verharrten, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Die Gesamtrate sei bei 5,4% p.a. berichtet worden (vs. 5,3% im Vormonat) und die Kernrate sei konstant bei 4% p.a. geblieben. Die zugrundeliegende Dynamik sei in der Gesamtrate stärker ausgeprägt gewesen (0,4% p.m.) als in der Kernrate (0,2% p.m.), was nicht nur auf steigende Energiepreise, sondern auch auf steigende Lebensmittelpreise zurückzuführen sei. Beide Kategorien hätten bereits in den letzten Monaten eine erhöhte Preisdynamik gezeigt, welche sich insbesondere für Energiepreise wohl noch weiter fortsetzen werde. Die Entwicklung der Kernrate deute zuletzt eine gewisse Normalisierung an, wobei hier die kurzfristigen Verwerfungen der Delta-Variante nur schwierig abzuschätzen seien und darüber hinaus auch die weitere Entwicklung der Wohnkosten genau verfolgt werden müsse. Nichtdestotrotz habe der durchschnittliche monatliche Preisanstieg der Kernrate im dritten Quartal mit rund 0,2% p.m. deutlich unter jenem im zweiten Quartal von rund 0,8% p.m. gelegen.

Am Rentenmarkt seien die Inflationsdaten mit fallenden Treasury-Renditen längerer Laufzeiten quittiert worden. Die 10-jähirge Treasury-Rendite sei auf 1,55% gefallen, nachdem diese zu Beginn der Woche noch knapp über 1,6% notiert habe. Im Zuge dessen habe auch der US-Dollar gegenüber dem Euro Richtung 1,16 abgewertet. Dies sei gekommen, obwohl das ebenfalls gestern veröffentlichte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Federal Reserve einen breiten Konsens der im September angekündigten Maßnahmen zeige. Der nächste Schritt werde sein, die monatlichen Anleihekäufe graduell zu reduzieren, eine Entscheidung werde mit großer Wahrscheinlichkeit bereits auf der nächsten Zinssitzung Anfang November fallen. Wichtig hervorzuheben sei auch ein im Sitzungsprotokoll zitierter exemplarischer Tapering-Verlauf, welcher vorsehe, die Anleihekäufe pro Monat und nicht pro Zinssitzung um USD 15 Mrd. zu reduzieren, womit das Tapering Mitte nächsten Jahres abgeschlossen wäre. Die Weichen für die nächste Zinssitzung seien somit gestellt. (14.10.2021/alc/a/a)