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Rentenmarkt: Die Zinsen steigen und alle Augen sind auf den anstehenden US-Arbeitsmarkt gerichtet


04.10.21 15:59
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Seit Anfang August sind die Renditen der Benchmarkanleihen mächtig angezogen: Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen stieg von unter -0,50% auf zuletzt -0,20%, das Pendant zehnjähriger US-Treasuries von unter 1,20% auf über 1,50%, so die Analysten der Nord LB.

Veränderte (optimistischere) Aussichten für die Entwicklung der Pandemie, damit verbesserte Konjunkturerwartungen, aber auch erhöhte Inflationssorgen sowie neue Tendenzen bei der Federal Reserve (z.B. Dot Plots) und in abgeschwächter Form ebenfalls bei der EZB hätten die Renditen deutlich in die Höhe getrieben. Nur in den letzten Tagen sei dieser Aufwärtstrend ein wenig ins Stocken gekommen, da für die Marktteilnehmer nun bereits die für kommenden Freitag angesetzte Veröffentlichung der neuesten Daten vom US-Arbeitsmarkt im Fokus stünden. Denn schließlich hänge weiterhin ein derzeit weitgehend eingeplanter Schwenk in der US-Geldpolitik noch maßgeblich von einer intakten Beschäftigungssituation ab: Nur solide Zahlen würden bereits für die nächste FOMC-Notenbanksitzung Anfang November erwarten lassen, dass ein Plan zum Tapering verkünde und dieser dann im selben Monat oder Dezember umgesetzt werde.

Insofern komme den US-Arbeitsmarktdaten zum Ende dieser Woche natürlich eine besonders hohe Bedeutung zu. Die Analysten der Nord LB rechnen mit knapp 450.000 neugeschaffenen Stellen, einem Rückgang der Arbeitslosenquote auf 5,0% und einem Anziehen der Stundenlöhne um 0,3% M/M. Diese Daten dürften dann durchaus als solide bezeichnet werden. Der Weg für ein baldiges Tapering wäre damit im Grunde frei.

Alle anderen Datenbekanntgaben im Verlauf dieser Woche dürften vor diesem Highlight am Freitag kaum Berücksichtigung finden und die Rentenmärkte wenig tangieren können. Zu beachten sei, dass dem Freitag ein handelsfreier Montag folgen werde (Columbus Day), was zu erhöhter Vorsicht der Marktteilnehmer führen könnte. Zudem sollten noch die Diskussionen um die Schuldengrenze in Washington im Auge behalten werden. Auch die Entwicklungen in China würden nicht ganz unwichtig bleiben, müsse doch das Reich der Mitte versuchen, mit den Unwägbarkeiten überschuldeter Unternehmen zurecht zu kommen. Solange nicht die gesamte Konjunktur tangiert werde, sollten die internationalen Rentenmärkte aber noch recht unbeeindruckt bleiben. (04.10.2021/alc/a/a)