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Rentenmarkt: Wieder ausschließlich US-Daten mit Potenzial, bedeutsame Marktimpulse zu geben


14.09.21 09:20
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Ein Blick auf den Kalender mit den zur Veröffentlichung anstehenden Wirtschaftsdaten lässt schon erkennen, dass wieder einmal überwiegend Impulse nur aus den USA zu erwarten sind, so Dr. Tobias Basse und Bernd Krampen von der NORD/LB.

Zumindest von den Wirtschaftsindikatoren, die die Marktteilnehmer in den kommenden Tagen in die Kurse einzuarbeiten haben würden, dürften nur jene aus den USA das Potenzial besitzen, die Finanzmärkte in Bewegung zu bringen. Dazu würden die Einzelhandelsumsätze, die Industrieproduktion, die Konsumentenpreise sowie die ersten Umfrageergebnisse für den Berichtsmonat September aus dem Unternehmenssektor und unter privaten Verbrauchern gehören. Das Highlight dürfte am Donnerstag mit den US-Einzelhandelsumsätzen anstehen: Nach einem bereits schwachen Monat Juli würden auch die Zahlen für den August unfreundlich ausfallen. Einerseits sei dies als eine Art Normalisierung nach den starken Daten im Frühsommer aufzufassen, andererseits bremse der Wiederanstieg der Neuinfektionszahlen von Covid-19 durchaus den Konsumrausch - zumindest gesamtwirtschaftlich gesehen.

Zudem werde am Mittwoch auf die US-Industrieproduktion zu schauen sein, die aber ihren moderaten Erholungspfad fortsetzen sollte. Spannender werde es vielmehr bereits am Dienstag mit den US-Verbraucherpreisen: Die Spitze scheine hier zwar mit 5,4% in der Jahresrate erreicht worden zu sein, allerdings werde sich die Inflation doch länger als ursprünglich erwartet - nämlich das gesamte Jahr 2021 - noch über der Marke von 5% halten. Normalerweise müsse das Implikationen für die Federal Reserve haben, die habe allerdings die Zahlen vom Arbeitsmarkt als bedeutsameren Trigger für ein mögliches Tapering bestimmt.

Vor der nächsten FOMC-Sitzung am 22.09. würden dies die letzten Konjunkturdaten zur Veröffentlichung sein. Ab jetzt beginne zudem die Blackout-Periode, in der sich die Notenbanker nicht mehr öffentlich äußern würden. So würden die Analysten der NORD/LB damit rechnen, dass sich das FOMC mit größeren Anpassungen auf der September-Sitzung vermutlich noch einmal zurückhalten werde. Konkrete Pläne zu einem Tapering sollten dann aber im November oder Dezember vorgestellt werden. Entsprechend scheine zunächst einmal der Anstieg der US-Renditen begrenzt zu sein, mit einem dann im 4. Quartal aber größeren Aufwärtspotenzial. (Ausgabe 37 vom 13.09.2021) (14.09.2021/alc/a/a)