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Rentenmarkt: Weiterer Renditeanstieg


11.10.21 13:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der aufwärts gerichtete Zinstrend blieb auch in der Berichtswoche intakt, so die Experten von Union Investment.

An den Rentenmärkten habe es Verluste respektive einen weiteren Renditeanstieg gegeben. Die Preisentwicklung im Energiesektor habe ihre Spuren hinterlassen. Zudem habe die Neuseeländische Zentralbank in der Berichtswoche den Leitzins um 25 Basispunkte erhöht. Dies sei zwar aufgrund der kommunikativen Vorbereitung erwartet worden. Aber damit habe - neben zahlreichen Zentralbanken aus den Schwellenländern (vor allem in Osteuropa) - nun nach der Norwegischen Zentralbank eine weitere Notenbank aus den entwickelten Nationen an der Zinsschraube gedreht. Mit Blick auf die Zinskurven hätten diese sowohl in den USA als auch in Deutschland im Laufzeitbereich von bis zu zehn Jahren steiler tendiert. Längere Laufzeiten bei den US-Treasuries hätten parallel um bis zu 14 Basispunkte zugelegt. Bei den Bundespapieren habe der Anstieg bis zu zehn Basispunkte betragen.

Zehnjährige US-Schatzanweisungen hätten zuletzt mit rund 1,6 Prozent rentiert (Vorwoche 1,46 Prozent). Laufzeitgleiche Bundesanleihen hätten sich mit minus 0,16 Prozent (Vorwoche minus 0,23 Prozent) verzinst. Auch in der Peripherie hätten die Renditen angezogen. Spekulationen um ein PEPP-Nachfolgeprogramm der EZB für die Anleiheankäufe habe dann zum Wochenschluss die Renditeaufschläge gegenüber Bundesanleihen ein wenig abschmelzen lassen. Der iBoxx Euro Sovereign-Index habe per Donnerstagabend mit 0,3 Prozent im Minus gelegen. Diese Entwicklung habe auch am Freitag vor der Veröffentlichung der wichtigen US-Arbeitsmarktdaten ihre Fortsetzung gefunden.

Leichte Einbußen hätten auch Euro-Unternehmensanleihen, sowohl Investment Grade- als auch hochverzinsliche Papiere erlitten.

Der Euro habe ebenfalls etwas schwächer tendiert und seinen Abwärtstrend gegenüber dem US-Dollar in der Berichtwoche fortgesetzt (minus 0,5 Prozent). Zuletzt hätten 1,155 US-Dollar für einen Euro gezahlt werden müssen.

Am Mittwoch stünden die US-Verbraucherpreise im Blickpunkt der Anleger. Der starke Anstieg dürfte sich auch im September fortgesetzt haben. Mit einem merklichen Rückgang sollte erst im kommenden Jahr zu rechnen sein. Die derzeitigen Produktionsengpässe und ein teils begrenztes Angebot würden wohl für anhaltend verstärkten Preisdruck gesorgt haben.

Für Deutschland werde am Dienstag der ZEW-Index für Oktober bekannt gegeben. Angesichts zuletzt schwächerer Daten aus der deutschen Industrie dürfte der vom Konsens erwartete Rückgang nicht überraschen.

Die US-Notenbank FED veröffentliche ihr Protokoll der vergangenen Sitzung. In den USA starte zudem mit dem Finanzinstitut JP Morgen Chase die Berichtssaison zum vergangenen dritten Quartal. (Ausgabe vom 08.10.2021) (11.10.2021/alc/a/a)