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Rentenmarkt: Viele Datenveröffentlichungen könnten Renditen beeinträchtigen


13.07.20 13:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Woche startet zwar mit einem veröffentlichungsfeien Montag, ab morgen folgen aber einige wichtige Bekanntgaben von Indikatoren, so Dr. Tobias Basse und Bernd Krampen von der NORD/LB.

Es beginne mit der deutschen ZEW-Umfrage und den US-Konsumentenpreisen am Dienstag, gefolgt von der US-Industrieproduktion am Mittwoch, dem chinesischen BIP, den US-Einzelhandelsumsätzen und dem Philadelphia-Index am Donnerstag und den US-Baudaten am Freitag. Alle Schätzungen seien jedoch derzeit mit großen Prognoseunsicherheiten verbunden.

Bei den deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen dürfte sich ein Anstieg ergeben haben, der wohl bei der ZEW-Lagebeurteilung deutlich größer als bei den ZEW-Konjunkturerwartungen ausgefallen sein sollte. Die US-Industrieproduktion sollte nach dem etwas enttäuschenden Vormonatsplus einen stärkeren Zuwachs um fast 5% M/M aufweisen können. Erste BIP-Wachstumsdaten bereits für das 2. Quartal kämen aus China: Mit 9,5% Q/Q könnte sich ein nahezu kompletter Rebound zum 1. Quartal ergeben haben. Dem Reich der Mitte wäre damit also - zunächst einmal - eine so genannte V-Erholung gelungen.

Dem überraschend starken Rebound bei den US-Einzelhandelsumsätzen im Mai dürfte sich im Juni ein etwas moderaterer Zuwachs um 4,5% M/M angeschlossen haben. Beim Philadelphia-Index würden Dr. Tobias Basse und Bernd Krampen von der NORD/LB angesichts des Anstiegs der Infektionszahlen von einem leichten Rückgang auf 22 Punkte ausgehen. Es sei ein Umfragewert bereits für den Juli. Während die Analysten der NORD/LB beim Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan für Juli ebenfalls mit einem Rückgang rechnen würden, sollten die Baugenehmigungen und -beginne aus den USA im Juni nochmals angestiegen sein.

Notenbankentscheidungen der Bank of Japan, der BoC und der EZB stünden ebenfalls an - mit Zinsanpassungen sei aber nicht zu rechnen. Die Kurse der Benchmarkanleihen würden bestimmt von den Sorgen und Hoffnungen der Marktteilnehmer hinsichtlich der Ausbreitung des Coronavirus bleiben, wobei die Liquidität und die Aufkaufprogramme derzeit stützend wirken würden. Dies dürfte auch zunächst weiterhin jeden deutlichen Renditeanstieg begrenzen, wenngleich die Analysten der NORD/LB weiterhin von einem sukzessiven leichten Anziehen der Renditen in den USA auf Sicht von sechs und zwölf Monaten ausgehen würden. (Ausgabe 29 vom 13.07.2020) (13.07.2020/alc/a/a)