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Rentenmarkt: Stimmungsumfragen wie vom ZEW, der FED von Philadelphia und von Markit im Fokus


18.05.20 12:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Das Thema Covid-19 beherrscht weiterhin die Kapitalmärkte, so Dr. Tobias Basse und Bernd Krampen von der NORD/LB.

Die Zahlen der gemeldeten Infektionszahlen würden weiterhin im Fokus der Marktteilnehmer bleiben, da nur nachhaltige Rückgänge eine Lockerung der beschlossenen Beschränkungen erlauben würden und diese dann zu einer langsamen Erholung der Wirtschaft führen könnten.

In dieser Woche werde vor allem auf neue Stimmungsumfragen für den Berichtsmonat Mai geschaut. Dazu würden die deutsche ZEW-Umfrage, der Philadelphia-Index sowie eine Reihe an Einkaufsmanagerindices von Markit gehören. Am Dienstag würden vom ZEW der Stimmungsindex Konjunkturerwartungen veröffentlicht, den die Analysten der NORD/LB bei 38 Punkten erwarten würden. Das wäre immerhin wieder ein leichter Anstieg zum April-Wert. Die ZEW-Lagebeurteilung würden die Analysten der NORD/LB dagegen bei katastrophalen -97 Punkten prognostizieren - nochmals leicht niedriger als im Vormonat. Ein Blick auf die Prognosen zu der Stimmungsumfrage der Federal Reserve Bank von Philadelphia lasse hoffen, dass im Mai kein weiterer Einbruch vermeldet werde. Gleiches gelte für den Markit PMI aus den USA. Beide Bekanntgaben gebe es am Donnerstag. Und die Reihe der Markit-Einkaufsmanagerindices am Freitag scheine ebenfalls nicht deutlich weiter einzubrechen - wenngleich sie bereits auf einem äußerst niedrigen Niveau lägen. Es gebe also genug Gründe dafür, dass die Leitzinsen - weltweit - noch für einige Zeit auf den aktuell tiefen Niveaus verharren würden und somit auch die Geldmarktsätze.

Negativen Leitzinsen bei der FED Funds Target Rate habe Jerome Powell in der letzten Woche dagegen eine klare Absage erteilt. Die Kapitalmarktzinsen könnten dagegen im Takt der jeweiligen Makrodaten tendieren. Zuletzt sei die Schwankungsbreite der Zinsen aber - trotz der massiven Dramatik in den neuen Konjunkturdaten - relativ gering gewesen. Die Renditen der Benchmarkanleihen dürften zum Jahresende nur geringfügig über den aktuellen Ständen liegen. Im Falle einer "zweiten Welle" bei der Corona-Pandemie dürften sie sogar wieder fallen. Das ist aber nicht unser Basisszenario, so die Analysten der NORD/LB. (Ausgabe 21 vom 18.05.2020) (18.05.2020/alc/a/a)