Erweiterte Funktionen

Rentenmarkt: Inflationsdaten und Einzelhandelsumsätze aus den USA beeinträchtigen Zinstendenzen


12.10.21 10:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Inflationssorgen an den Finanzmärkten nehmen spürbar zu und tangieren sowohl Aktienanleger als auch Investoren in vermeintlich sicherere Staatsanleihen, so die Analysten der Nord LB.

Letztere seien deutlich unter Druck geraten: Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen sei seit Anfang August von unter -0,50% auf zuletzt -0,15% gestiegen, das Pendant zehnjährige US-Treasuries von unter 1,20% auf über 1,60%. Dazu beigetragen hätten Hoffnungen, was die Ausbreitung von Covid-19 angehe. Daraus hätten Erwartungen einer stärkeren Konjunkturerholung, aber gleichzeitig auch erhöhte Inflationsängste aufgrund von Engpässen bei Rohstoffen - insbesondere Energie - Gütern und auch Arbeitskräften resultiert. Zudem hätten sowohl die Federal Reserve (z.B. in ihren Dot Plots) und in abgeschwächter Form auch die EZB Signale für einen baldigen bzw. frühzeitigeren Schwenk in der Geldpolitik angekündigt. Angesichts des Preisauftriebs in einigen besonders wichtigen Sektoren für Vorleistungen (Energie, Halbleiter, Metalle, ...) werde jedoch zunehmend auch diskutiert, dass genau diese Tendenzen Investitionen und Konsum und damit den gesamten Konjunkturaufschwung wieder signifikant abbremsen könnten - quasi als "innerer Regulator des Makro-Systems"!

Neue Hinweise dazu würden passenderweise die anstehenden Daten in den kommenden Tagen liefern: In den USA stehe dabei insbesondere die Veröffentlichungen der Konsumentenpreise am Mittwoch sowie der Einzelhandelsumsätze am Freitag im Fokus. Angesichts des Ölpreisanstiegs überrasche es kaum, dass auch im September mit einem Anziehen der Konsumentenpreise (um 0,3% M/M) zu rechnen sei, was die Inflation bei 5,3% verharren lassen würde. Die Kernrate würden die Analysten bei 4,0% ebenfalls konstant hoch erwarten. Die Einzelhandelsumsätze würden aufgrund der bereits vorliegenden Autoabsatzzahlen um 0,5% M/M zurückgegangen sein, exklusive des Autosektors dürfte aber ein marginales Plus von 0,1% M/M herausgekommen sein. Mit Spannung werde die Bekanntgabe das FOMC-Protokoll am Mittwochabend erwartet. Zudem würden aus Deutschland am Dienstag die ZEW-Umfrageergebnisse von Interesse sein: Mit den bereits bekannten Daten vom Sentix seien aber bereits die Tendenzen von Rückgängen in beiden Komponenten recht wahrscheinlich. (Ausgabe vom 11.10.2021) (12.10.2021/alc/a/a)