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Rentenmarkt: Divergenz zwischen den Renditen Eurolands und der USA fortgesetzt


02.11.20 12:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Eine ereignisreiche und spannende Woche erwartet uns: Im Fokus stehen nicht nur die am Dienstag stattfindenden Präsidentschaftswahlen in den USA, sondern auch der verschärfte Kampf gegen die zuletzt dramatisch beschleunigte Ausbreitung von COVID-19 in Europa durch massive neue Maßnahmen, so Dr. Tobias Basse und Bernd Krampen von der NORD/LB.

Zudem stünden die FOMC-Zinsentscheidung und die monatlichen Datenhighlights wie der amerikanische ISM PMI und der US-Arbeitsmarktbericht an. Es dürften also genügend Impulse für die Finanzmärkte vorhanden sein, die Kurse auch deutlicher zu bewegen.

Die seit einigen Wochen zu beobachtende Divergenz zwischen den Renditen Eurolands und der USA habe sich beschleunigt fortgesetzt. Verunsicherungen auf den Aktienmärkten hätten hauptsächlich für eine verstärkte Nachfrage nach deutschen Bunds und kaum noch für einen Safe-Haven-Zufluss in US-Treasuries gesorgt, wo das Thema Präsidentschaftswahl und eine vermutlich stärkere finanzpolitische Ausgabenpolitik des Herausforderers Joe Bidens die US-Renditen etwas höher hätten tendieren lassen. Es sollte jedenfalls angesichts der knappen Umfragen einkalkuliert werden, dass nicht bereits am frühen Vormittag des 4. Novembers Sicherheit über den nächsten Präsidenten der USA bestehe, denn die diesmal umfangreichen Briefwahlen müssten erst ausgezählt werden.

Von der Datenseite werde heute - nach den bereits bekannt gegebenen, freundlichen chinesischen Stimmungsumfragen - auf den amerikanischen ISM PMI geschaut, den die Analysten der NORD/LB bei 55,0 Punkten stabil erwarten würden. Es folge der ISM PMI Services am Mittwoch (erw.: 57 Punkte). Ein besonderes Augenmerk sei dann sicherlich wieder auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag gerichtet, bei dem genau auf die Auswirkungen der zuletzt wieder deutlich gestiegenen Infektionsfälle zu achten sein werde. Die Analysten der NORD/LB würden angesichts rückläufiger Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe die neu geschaffenen Stellen bei knapp 700.000 erwarten, die Arbeitslosenquote dürfte erneut leicht auf 7,7% zurückgehen.

Die Federal Reserve treffe ebenfalls noch in Erscheinung - am Donnerstagabend dürfte sie allerdings zunächst einmal wenig Neues verkünden und die zuletzt guten Konjunkturzahlen mit dem Hinweis versehen wollen, dass die Erholung in den kommenden Monaten vermutlich langsamer vor sich gehen werde. Mit Ergebnissen zum Brexit könne in der zweiten Wochenhälfte zu rechnen sein - die Entscheidung der Bank of England werde ebenfalls spannend. (Ausgabe 45 vom 02.11.2020) (02.11.2020/alc/a/a)