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Rentenmärkten der Schwellenländer: Leicht positive Tendenz im Juni


15.07.21 08:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den Rentenmärkten der Schwellenländer (Emerging Markets) war im Juni eine leicht positive Tendenz zu beobachten, so die Experten von Union Investment.

Mit einem erfreulichen Auftakt hätten auf Indexebene die im J.P. Morgan EMBI Global Diversified-Index enthaltenen Anleihen zunächst um 1,3 Prozent zugelegt. Die Inflationsthematik und die Diskussion hinsichtlich einer kommenden Verschärfung der US-Geldpolitik - Stichwort Tapering der FED - hätten dann in der zweiten Monatshälfte dazu geführt, dass ein Teil der Gewinne jedoch wieder verlorengegangen sei. Letztlich sei ein Indexzuwachs von 0,7 Prozent verblieben. Die Spreadentwicklung im EMBI Global Div.-Index sei in engen Bandbreiten zwischen 330 und dem Schlussstand von 340 Basispunkten verlaufen.

Recht lebhaft sei es am Primärmarkt zugegangen. Die Emittenten auf Länder- und Unternehmensebene hätten das insgesamt gute Umfeld genutzt, um vor der Sommerpause noch zahlreiche neue US-Dollarpapiere zu begeben. Das Zeichnungsinteresse der Anleger sei in der Breite gut gewesen. Im Blickpunkt habe die sechs Milliarden US-Dollar schwere Neuemissionen von Saudi Aramco gestanden. Das Orderbuch für die drei Tranchen mit drei, fünf und zehn Jahren Laufzeit sei mit 60 Milliarden US-Dollar zehnfach überzeichnet gewesen. Darüber hinaus hätten sowohl Katar als auch Brasilien zum Monatsende noch größere Neuemissionen an den Markt gebracht.

Bei den EM-Zentralbanken hätten im Juni die Zinserhöhungen dominiert. Neben Lateinamerika (Brasilien 75, Mexiko 25 Basispunkte) sei vor allem die Geldpolitik in Osteuropa von Zinsanstiegen geprägt gewesen. Russland, Ungarn und Tschechien (50, 30 sowie 25 Basispunkte) hätten allesamt an der Zinsschraube nach oben gedreht. Die dort schon vor Corona ohnehin robuste Konjunkturentwicklung erhalte aktuell nochmals einen Reopening-Schub. Und die dort zu beobachtende Inflation werde - im Gegensatz zum Euroraum und den USA - nicht als vorübergehend betrachtet. Entsprechend hätten im Juni einige dieser Währungen gegenüber dem ansonsten aufgrund der Debatte um die US-Geldpolitik festen US-Dollar aufwerten können. Der Brasilianische Real sei um über fünf Prozent angestiegen. Der Mexikanische Peso und der Russische Rubel hätten leicht um ein halbes Prozent zugelegt. Die meisten EM-Währungen hätten jedoch abgewertet. (Ausgabe vom 14.07.2021) (15.07.2021/alc/a/a)