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Rentenmärkte weltweit: Unsicherheit nimmt wieder etwas zu


13.10.20 08:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Staatsanleihen handelten im September in engen Bandbreiten seitwärts, so die Experten von Union Investment.

Die Renditeveränderungen gegenüber dem Vormonat seien über alle Laufzeiten hinweg nur marginal gewesen. Anleger hätten letztlich den Kupon verdienen können, was sich, gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index in einem Plus von 0,2 Prozent bemerkbar gemacht habe. Gute Konjunkturdaten hätten eigentlich die Kurse belasten müssen, hätte es da nicht noch die US-Notenbank und den US-Wahlkampf gegeben.

Das Marktgeschehen sei immer politischer geworden. Im Mittelpunkt habe dabei ein neuerliches Fiskalpaket gestanden, auf das sich Republikaner und Demokraten schon seit Wochen nicht hätten einigen können. Nach einem Streit über die Neubesetzung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten (Supreme Court) erschien ein Paket zum Monatsende als sehr unwahrscheinlich, so die Experten von Union Investment. Darüber hinaus sei von der US-Notenbank eine gewisse Enttäuschung ausgegangen. Die Währungshüter hätten sich zwar auf ein neues Inflationsziel verständigt, konkrete Sofortmaßnahmen in Form neuerlicher Ankaufprogramme seien aber ausgeblieben.

Auch am Euro-Staatsanleihemarkt habe die Unsicherheit wieder etwas zugenommen, was insbesondere an den steigenden Corona-Infektionszahlen gelegen habe. Damit sei die Befürchtung einhergegangen, dass es regional zu umfangreichen Einschränkungen kommen könnte. Hinzu sei das Wahlkampfgetöse in den USA gekommen. In diesem Umfeld seien die als sicher geltenden Staatsanleihen aus den europäischen Kernländern gefragt gewesen und hätten in Summe um 1,3 Prozent zugelegt. Anleihen aus den Euro-Peripherieländern hätten etwas stärker zugelegt und im September 1,6 Prozent an Wert gewonnen. Trotz der mitunter risikoaversen Marktstimmung hätten die Papiere somit überraschend fest gehandelt. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten europäische Staatsanleihen im September ein Plus von 1,4 Prozent erzielt.

Europäische Unternehmensanleihen hätten leicht freundlich tendiert und auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ein Plus in Höhe von 0,4 Prozent verzeichnet. Eine gestiegene Risikoaversion, ein fallender Ölpreis und ein fester US-Dollar hätten Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) belastet und zu einem Verlust von 1,9 Prozent geführt. (Ausgabe vom 09.10.2020) (13.10.2020/alc/a/a)