Erweiterte Funktionen

Rentenmärkte weltweit: Schwacher Jahresauftakt


17.02.21 08:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Schatzanweisungen gerieten zu Monatsbeginn unter Abgabedruck, so die Experten von Union Investment.

Der überraschende Sieg der demokratischen Partei bei der Stichwahl in Georgia habe dem neuen US-Präsidenten Joe Biden die ersehnte Mehrheit im US-Senat gebracht. Damit sei die Wahrscheinlichkeit für ein weiteres Konjunkturpaket hoch. In Erwartung einer besseren konjunkturellen Entwicklung und einer deutlich höheren Staatsverschuldung hätten zehnjährige US-Staatsanleihen daraufhin deutlich oberhalb von einem Prozent rentiert.

In diesem Zusammenhang seien erste Befürchtungen aufgekommen, die US-Notenbank (FED) könnte Ende des Jahres mit der Rückführung ihrer Anleihekäufe (Tapering) beginnen. Die Währungshüter hätten sich jedoch schnell zu Wort gemeldet und ein solches Vorhaben dementiert, worauf die Renditen wieder etwas zurückgekommen seien. Rückläufige Infektionszahlen, leicht steigende Inflationsraten und ein guter Impffortschritt hätten die Renditen zum Monatsende wieder etwas anziehen lassen. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index hätten US-Staatsanleihen 1,1 Prozent an Wert verloren.

Staatsanleihen aus dem Euroraum seien ebenfalls mit leichten Kursverlusten in das neue Handelsjahr gestartet. Die Verlängerungen von diversen Lockdown-Maßnahmen in mehreren europäischen Ländern und der Mangel an Impfdosen hätten dann im weiteren Monatsverlauf den Markt ebenso gestützt wie die Kommentare der großen Notenbanken an ihrer Geldpolitik festhalten zu wollen.

Anleihen aus den Peripherieländern hätten ebenfalls leicht unter Druck gestanden. In Italien sei es zum Bruch der Regierungskoalition gekommen. Zwischenzeitlich seien Neuwahlen befürchtet worden, was italienische Papiere belastet habe. Durch Sondereffekte verzerrte höhere Inflationsraten hätten vor dem Monatswechsel noch einmal für allgemein steigende Renditen gesorgt. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten europäische Staatsanleihen im Januar einen Verlust von 0,6 Prozent hinnehmen müssen.

Europäische Unternehmensanleihen seien auf der Stelle getreten und hätten auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ein Minus von 0,1 Prozent verzeichnet. Steigende US-Renditen hätten auch auf Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) gelastet, die im Januar 1,1 Prozent verloren hätten. (Ausgabe vom 15.02.2021) (17.02.2021/alc/a/a)