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Rentenmärkte weltweit: Politische Risiken beherrschen das Marktgeschehen


12.09.18 12:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Üblicherweise ist der August ein ruhiger Handelsmonat, da sich viele Marktteilnehmer im Urlaub befinden, so die Experten von Union Investment.

In diesem Jahr hätten jedoch der schon lange schwelende Handelskonflikt zwischen China und den USA und auch die demnächst anstehenden Budgetverhandlungen in Italien für Aufruhr gesorgt. Hinzu sei eine drohende Währungskrise in der Türkei gekommen.

Am Euro-Staatsanleihenmarkt hätten die als sicher geltenden Anleihen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden daher Kursgewinne verzeichnet, während Papiere aus den Peripherieländern unter Druck geraten seien. In Italien seien die Renditen sogar über das Niveau der Regierungskrise von Ende Mai angestiegen. Anleihen aus Spanien, Portugal und Griechenland hätten zwar geringere Verluste verbucht, seien aber dennoch in Mithaftung genommen worden. Griechenland habe somit kein Kapital aus seinem Ausstieg aus dem Euro-Rettungsschirm schlagen können. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index hätten Euro-Staatsanleihen im August 0,6 Prozent an Wert verloren. Auffällig sei dabei die erneute Diskrepanz zwischen Kernanleihen (+0,4 Prozent) und Peripherietiteln (-2,0 Prozent) gewesen.

Auch der US-Rentenmarkt habe von der geringeren Risikobereitschaft der Anleger profitieren können. US-Präsident Donald Trump befinde sich überdies im Wahlkampfmodus. Zur Gewinnung von Wählerstimmen erwäge die US-Regierung unter anderem weitere Strafzölle gegenüber China. Darüber hinaus würden neue Sanktionen gegen Russland drohen. In den letzten Monaten habe sich eine gewisse Handelsspanne herausgebildet, in der die Rendite zehnjähriger US-Schatzanweisungen zwischen 2,8 und 3,0 Prozent schwanke. Zu Monatsbeginn sei die Marke von drei Prozent kurzzeitig überschritten worden, dann hätten jedoch wieder Käufe eingesetzt, auch weil sich zum Monatsende hin die Lage in einigen Schwellenländern (Argentinien, Brasilien und Türkei) zugespitzt habe. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index hätten US-Schatzanweisung daher im August 0,8 Prozent an Wert gewonnen.

Europäische Unternehmensanleihen seien im August auf der Stelle getreten (iBoxx Euro Sovereign). Anleihen aus den Schwellenländern hätten hingegen kräftige Verluste in Höhe von 4,5 Prozent (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) hinnehmen müssen. (Ausgabe August 2018) (12.09.2018/alc/a/a)