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Rentenmärkte weltweit: Notenbanken bestimmen weiterhin das Marktgeschehen


09.08.17 10:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Monatsbilanz am Euro-Rentenmarkt fiel vergleichsweise unspektakulär aus, so die Experten von Union Investment.

Dies täusche aber über einen sehr lebhaften und ereignisreichen Handel hinweg. Zunächst habe sich der Renditeanstieg weiter fortgesetzt. Zehnjährige Bundesanleihen hätten in der Spitze bei 0,62 Prozent rentiert, ohne dass hierfür Konjunktur- oder Inflationsdaten verantwortlich gewesen wären. Ab der Monatsmitte habe sich der Handel wieder beruhigt. Wichtige Wirtschaftsdaten seien leicht schwächer ausgefallen. Hin und wieder habe das Säbelrasseln Nordkoreas für eine höhere Nachfrage nach sicheren Anlagen gesorgt.

Wie schon in den Monaten zuvor, hätten sich Anleihen aus den Peripherieländern besser als solche aus den Kernstaaten des gemeinsamen Währungsraumes entwickelt. Den Währungshütern sei der anfängliche Renditeanstieg nicht entgangen, weshalb sie versucht gewesen seien, die Bewegung mit sehr zurückhaltenden Kommentaren wieder einzufangen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, hätten Euro-Staatsanleihen im Juli 0,2 Prozent gewonnen.

US-Staatsanleihen hätten zunächst ebenfalls leichter tendiert. Im weiteren Monatsverlauf habe sich der Rentenmarkt jedoch auch dort wieder von seiner freundlichen Seite gezeigt. Auch nach mehrmaliger Abstimmung habe bislang keine neue Lösung für die umstrittene Gesundheitsreform Obamacare gefunden werden können. Trump gelinge es weiterhin nicht, die politischen Flügel der republikanischen Partei zu vereinen.

Zusätzlich würden ihn Personalrochaden und die Russland-Ermittlungen belasten. Gegen Monatsende seien die Vertreter der US-Notenbank zusammengekommen. Wie erwartet, sei keine Zinsänderung beschlossen worden. Es habe jedoch Hinweise darauf gegeben, dass die Währungshüter nun wohl schon im September einen Abbau ihrer Bilanz verkünden würden. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) seien US-Schatzanweisungen im Juli mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent aus dem Handel gegangen.

Die Nachfrage nach Papieren mit einem Renditeaufschlag sei hoch geblieben. Europäische Unternehmensanleihen hätten auf Indexebene 0,8 Prozent an Wert gewonnen. Anleihen aus den Schwellenländern seien gleichermaßen gesucht gewesen. Dank weiterer Mittelzuflüsse und eines schwächeren US-Dollar habe der Kursgewinn ebenfalls 0,8 Prozent betragen. (Ausgabe Juli 2017) (09.08.2017/alc/a/a)