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Rentenmärkte weltweit: Kräftiges Plus bei US-Staatsanleihen


10.01.19 10:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Staatsanleihen handelten im Dezember deutlich im Plus, so die Experten von Union Investment.

Für Rückenwind hätten ausgeprägte Konjunktursorgen gesorgt. Wichtige Impulse seien auch von der US-Notenbank ausgegangen. Kurz vor Weihnachten hätten die Notenbanker abermals den Leitzins angehoben. In den kommenden Monaten wolle die US-Notenbank ihre Entscheidung wieder stärker von den konjunkturellen Daten abhängig machen und habe auch eine Pause im Zinszyklus nicht ausgeschlossen. Diese Nachricht habe die Anleger aber nur kurz beruhigen können.

Durch die erneute Leitzinsanhebung seien die kurzfristigen Renditen weiter gestiegen. Am langen Ende der Zinsstrukturkurve seien die Renditen hingegen zurückgekommen. Teilweise sei die US-Zinskurve dadurch bereits invers geworden. Dies gelte als Vorbote einer möglichen Rezession und habe die Konjunktursorgen deshalb zusätzlich verstärkt. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index habe dies im Dezember einen Wertzuwachs von 2,3 Prozent bedeutet.

Euro-Staatsanleihen hätten ebenfalls von den weltweiten Konjunktursorgen profitiert. Während Bundesanleihen gefragt gewesen seien, hätten annähernd gleichwertige Anleihen aus Frankreich Verluste hinnehmen müssen. Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen gegen seine Reformagenda habe Macron letztlich eingelenkt und Zugeständnisse gemacht. Französische Staatsanleihen hätten daraufhin leicht steigende Renditen hinnehmen müssen, weil sich durch die Mehrausgaben die Haushaltslage verschlechtern werde.

Die Entscheidung in Paris habe auch Auswirkungen auf Italien gehabt. Dort sei der Haushaltsstreit mit der Europäischen Union (EU)in eine neue Runde gegangen. Macrons Maßnahmen hätten die Verhandlungsposition der EU gegenüber Italien geschwächt. Eigentlich müsste nun auch gegen Frankreich über ein Defizitverfahren nachgedacht werden. Letztlich habe man sich darauf geeinigt, gegen beide Länder kein Verfahren einzuleiten, wovon letztlich vor allem italienische Papiere profitiert hätten. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index habe der Gesamtmarkt im Dezember um 0,9 Prozent zugelegt.

Unternehmensanleihen hätten nur leicht zugelegt (0,2 Prozent), rückläufige US-Renditen hätten bei Papieren aus den Schwellenländern jedoch ebenfalls für ein kräftiges Plus von 1,3 Prozent gesorgt. (Ausgabe vom 08.01.2019) (10.01.2019/alc/a/a)