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Rentenmärkte weltweit: Abwarten vor dem Jahreswechsel


14.01.21 09:10
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Schatzanweisungen handelten im Dezember in sehr engen Spannen seitwärts, so die Experten von Union Investment.

Zunächst hätten sich Anleger abwartend gezeigt. Lange Zeit habe ein neues Konjunkturprogramm zur Debatte gestanden. Nach zähen Verhandlungen hätten sich beide Seiten kurz vor dem Jahreswechsel doch noch auf einen Kompromiss einigen können. In der zweiten Monatshälfte habe dann der nahende Jahreswechsel für das saisonal übliche geringe Handelsvolumen gesorgt.

Eine Woche vor Weihnachten habe noch einmal die US-Notenbank FED getagt. Die Währungshüter würden so lange Anleihen kaufen, bis ein weiterer substanzieller Fortschritt bei Vollbeschäftigung und Preisstabilität erzielt worden sei. Eine Rückführung ihrer Anleihekäufe (Tapering) sei in 2021 nicht geplant. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index hätten US-Staatsanleihen den Dezember letztlich mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent beendet.

Auch am Euro-Staatsanleihenmarkt habe lange Zeit eine abwartende Haltung geherrscht. Ein Veto von Polen und Ungarn gegen den europäischen Wiederaufbaufonds habe für Verunsicherung gesorgt. Zudem hätten die Brexit-Verhandlungen mit der britischen Regierung zu scheitern gedroht. Nach und nach hätten sich die vermeidlichen Störfaktoren allerdings in Wohlgefallen aufgelöst.

Im Streit um den EU-Haushalt habe zur Monatsmitte ein Kompromiss gefunden werden können. Damit sei auch der Weg für den so wichtigen Wiederaufbaufonds frei gewesen, der vor allem den südlichen europäischen Ländern zugutekomme. An Heiligabend hätten die Verhandlungsführer in Brüssel und London dann auch das passende Vertragswerk für den Brexit auf den Weg bringen können. Mit Blick auf die Zentralbank hätten die europäischen Währungshüter erwartungsgemäß das Ankaufprogramm PEPP in Höhe und Laufzeit ebenso angepasst wie die Bedingungen für weitere Tendergeschäfte. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten europäische Staatsanleihen im Dezember ein Plus von 0,1 Prozent erzielt.

Europäische Unternehmensanleihen seien auf der Stelle getreten und hätten auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ein Plus von 0,2 Prozent verzeichnet. Ein steigender Ölpreis und ein schwacher US-Dollar hätten Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) um 1,9 Prozent steigen lassen. (Ausgabe vom 11.01.2021) (14.01.2021/alc/a/a)