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Rentenmärkte suchen nach Orientierung - Notenbanken verkünden ihre Entscheidungen


13.06.17 10:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Mit dem Vereinigten Königreich, nach dem Wahlergebnis der letzten Woche in gewisser Unordnung, suchen auch die Rentenmärkte gewissermaßen noch nach Orientierung, berichten die Analysten der Nord LB.

Die Aufmerksamkeit werde sich in dieser Woche auf gleich mehrere Notenbanken verteilen, die ihre Entscheidungen verkünden würden. Zuerst zu nennen wäre hier wohl die amerikanische Federal Reserve, aber eben auch die Bank of England, die Bank of Japan und die Schweizer Nationalbank SNB. Alle genannten würden jeweils das Ergebnis ihrer regulären geldpolitischen Sitzungen verlautbaren. Die Analysten der Nord LB erwarten, dass die FED den zweiten Zinsschritt in diesem Jahr vornehmen wird. Sie habe dies in den letzten Wochen verbal bereits gut vorbereitet, und so würde ein Stillhalten eine deutliche Überraschung darstellen.

Die anderen Notenbanken würden aber voraussichtlich bei ihrer Politik bleiben. Die Bank of England hätte bei größeren Verwerfungen durch die Parlamentswahlen reagiert, zu denen es durch die - zumindest wohl von den Tories zu führende Regierung - dann in dieser Hinsicht doch nicht gekommen sei.

Für die Eidgenössischen, ebenso wie für die Japaner, sei zumindest keine akute Notwendigkeit zu reagieren gegeben. In Japan sei zwar die Inflation vom anvisierten Ziel weit entfernt, doch das sei ja auch in den letzten Monaten bereits der Fall gewesen und habe kaum Anlass für ausgeprägte Aktivität gegeben.

Was die Marktteilnehmer in der näheren Zukunft bewegen werde, seien Kommentare zum Tapering bzw. dem zu erwartenden Timing des langsamen, geordneten Rückzugs aus dem Quantitative Easing (QE) der EZB. Hinsichtlich dieser Abfolge dürfte der EZB-Rat an der derzeitigen "Forward Guidance" festhalten und wie angekündigt den Ausstieg aus dem QE vor einem "ersten" Zinsschritt vornehmen, was einen solchen ausschließe, bevor ein echtes Tapering eingeleitet worden sei. Auf absehbare Zeit würden sich die Staatsanleihenrenditen am kurzen bis mittleren Ende auch weiterhin im Negativterrain bewegen. Und dies gelte nicht nur für Europa, sondern eben auch für Japan. Einzig die zehnjährige japanische Staatsanleihe liege gerade so eben im positiven Terrain mit aktuell knapp 0,06%; Gilts aus UK lägen bei rund 1,0%. Deutsche Bunds würden derzeit bei etwa 0,25%, Treasuries bei 2,2% rentieren. (Ausgabe vom 12.06.2017) (13.06.2017/alc/a/a)