Rentenmärkte: "risk on"-Stimmung ist zurück


05.11.19 09:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Anzeichen auf eine Annäherung zwischen den USA und China führte auch gestern zu einer breit angelegten "risk on"-Stimmung an den Märkten, u.a. verzeichneten die Renditen deutscher und amerikanischer Staatsanleihen (10J) leichte Anstiege, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Auslöser seien Kommentare des US-Handelsministers Ross vom Sonntag gewesen, wonach die Huawei-Sanktionen gelockert werden könnten und es keinen Grund gebe, daran zu zweifeln, dass diesen Monat die "Phase 1"-Übereinkunft unterzeichnet werde. Gestern seien zudem Medienberichte kursiert, wonach die US-Regierung offenbar bereit sei, die am 1. September eingeführten Strafzölle (vornehmlich auf Konsumgüter) wieder abzuschaffen. Augenscheinlich lasse die US-Regierung aktuell kein gesteigertes Interesse an einer weiteren Eskalation erkennen. Allerdings bleibe die Unberechenbarkeit der US-Führung weiterhin die große Unbekannte, weshalb nach diesen positiven Signalen durchaus wieder Rückschläge folgen könnten ("zwei Schritte vor, einen zurück").

Ein Lichtblick am gestrigen Handelstag sei auch der stärker als erwartet ausgefallene Anstieg des Sentix-Index (November) gewesen. Demgegenüber hätten die Industrie-PMIs (Oktober) in Spanien und Italien (leichte) Rückgänge verzeichnet, womit in beiden Fällen die Erwartungen verfehlt worden seien. Auch in den USA sei die Industrie weiterhin das "Sorgenkind". So habe der Auftragseingang dauerhafter Güter in jeder Betrachtung seinen Rückgang fortgesetzt. Umso wichtiger werde daher sein, ob dem heute zur Veröffentlichung anstehenden ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe nach dem deutlichen Rückgang im Vormonat im Oktober der erwartete (kleine) Rebound gelinge. (05.11.2019/alc/a/a)