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Rentenmärkte erwachen aus Dornröschenschlaf


10.11.20 09:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der gestrige Handel am Rentenmarkt verlief denkbar turbulent: Langsam abnehmende politische Unsicherheit in den USA, noch nachwirkende starke US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag und schließlich positive Impfstoff-Nachrichten führten zu deutlich steigenden Zinsen beziehungsweise Kursverlusten bei Anleihen, so Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden von Postbank Research.

In den USA sei die Eins vor dem Komma jetzt wieder greifbar, zehnjährige Staatsanleihen würden mit 0,95 Prozent rentieren. Händler würden jetzt versuchen auszutarieren, was die Impfstoff-Nachrichten im Zusammenspiel mit dem zukünftigen US-Fiskalpaket bedeuten würden. Ulrich Stephan von Postbank Research stellt sich die Frage, ob wir tatsächlich einen "Grand Deal" im Kongress mit fiskalischer Unterstützung nördlich von einer Billion US-Dollar, zunächst aufgeschobene Steuererhöhungen als Teil des Deals sowie anhaltende Fortschritte im Kampf gegen das Coronavirus bekämen. Dann sei die heftige Rentenmarktreaktion nur ein Vorgeschmack auf die nächsten Wochen und Monate gewesen. Selbst für die FED würden Terminhändler bereits die ersten Leitzinserhöhungen 2023/2024 einpreisen. Einen allzu starken Anstieg der Kapitalmarktzinsen werde die US-Notenbank jedoch verhindern wollen, denn die wirtschaftliche Erholung sei schlicht noch zu fragil. (10.11.2020/alc/a/a)