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Rentenmärkte: Wenig Bewegung bei US-Treasuries - Bund-Renditen setzen Rückwärtsmodus fort


10.11.17 11:00
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - In Abwesenheit wichtiger Impulse war in der vergangenen Berichtswoche keine signifikante Dynamik auf den globalen Anleihemärkten zu spüren, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Die Renditen für Bundesanleihen und US-Treasuries seien leicht schwächer aus dem Handel gegangen. Auch konjunkturell hätten wenig neue Erkenntnisse vermeldet werden können, habe sich doch die gute wirtschaftliche Lage auf beiden Seiten des Atlantiks fortgesetzt.

Der Renditerückgang bei Bundesanleihen sei weitergegangen. Die richtungsweisende zehnjährige Benchmark sei zwischenzeitlich bis auf 0,31% zurückgegangen. Seit der EZB-Sitzung hätten die Bunds somit fast 20 Basispunkte eingebüßt. Die extrem dovishe Haltung von Europas Notenbankern wirke insoweit auch zwei Wochen nach der EZB-Sitzung noch nach. Die schwächere Industrieproduktion in Deutschland im September habe jedoch wohl kaum Spuren im Anleihemarkt hinterlassen. Im Herbstgutachten des Sachverständigenrates der Bundesregierung seien die Wachstumsprognosen für Deutschland bekräftigt worden. In der kommenden Woche würden die Verbraucherpreise für Deutschland und die Industrieproduktion der Eurozone veröffentlicht (beide 14.11.). Nur ein deutliches Unter- oder Überschreiten der Konsenswerte sollte den Seitwärtstrend der Bundesanleihen durchbrechen können.

Der US-Anleihemarkt habe in der zurückliegenden Berichtswoche trotz Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts (03.11.) eine Verschnaufpause eingelegt. Der anhaltend hohe Beschäftigungsstand (4,1% Arbeitslosenquote) habe keine Renditesprünge auslösen können. Die zehnjährige US-Anleihen hätten ihr Renditelevel sogar leicht abgebaut. Die Zurückhaltung der Anleger habe mehrere Gründe gehabt: Erstens sei das absolute Beschäftigungswachstum mit 261 Tsd. unter der Konsensprognose von 310 Tsd. geblieben; zweitens sei der parallel veröffentlichte ISM-Index für den Dienstleistungssektor marginal rückläufig gewesen; drittens hätten die durchschnittlichen Stundenlöhne im Oktober weitaus weniger stark expandiert (2,4% yoy vs. 2,7% Konsens).

Besonders Letzterem schreiben die Analysten der HSH Nordbank AG einen signifikanten Einfluss auf den Anleihemarkt zu. Die wenig dynamisch verlaufende Preisentwicklung in den USA sei für Anleiheinvestoren immer noch gewöhnungsbedürftig. Bis zur Veröffentlichung der US-Einzelhandelsumsätze und der Verbraucherpreise (15.11.) würden die Analysten eine Fortsetzung des Seitwärtslaufs der US-Renditen erwarten. Die Auslandsreise von Präsident Trump in Südostasien könnte indes Überraschungsmomente beinhalten. Beim Besuch in China oder den Philippinen dürften auch sensible Themen angesprochen werden, z.B. Handelsfragen und die Außenpolitik. Die US-Renditen könnten insoweit etwas in Bewegung kommen. (Ausgabe vom 09.11.2017) (10.11.2017/alc/a/a)