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Rentenmärkte USA: Personalkarussell bei der FED dreht sich munter


07.11.17 11:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am US-Rentenmarkt wirkte das Vorhaben der US-Regierung bezüglich einer Reform des Steuersystems im Oktober noch nach, so die Experten von Union Investment.

Marktteilnehmer würden sich hiervon einen Stimulus für die US-Wirtschaft erhoffen und hätten sich daher zurückhaltend gegenüber US-Schatzanweisungen gezeigt. Als belastend habe sich auch eine Reihe von guten Konjunkturnachrichten erwiesen, die über den Erwartungen ausgefallen seien und auch ohne die Steuerpläne für mehr Dynamik in der US-Wirtschaft sprechen würden. In der Spitze habe sich die Rendite für zehnjährige Papiere der Marke von 2,5 Prozent genähert.

Für größere Schwankungen hätten zudem immer wieder Gerüchte um die Besetzung der offenen Posten bei der US-Notenbank gesorgt. Die Favoritenrolle auf den zukünftigen Vorsitz habe mitunter täglich gewechselt. Die Federal Reserve stehe 2018 vor einem personellen Umbruch. Zum einen würden turnusmäßig die stimmberechtigten regionalen Notenbankchefs rotieren. Zum anderen gebe es derzeit im Board of Governors der Federal Reserve aktuell eine ganze Reihe von Vakanzen.

Zusätzlich dazu ende am 3. Februar 2018 die Amtszeit von Janet Yellen als FED-Vorsitzende. Sie müsse das Gremium zwar formal bis Ende Januar 2024 nicht verlassen. Bislang sei es allerdings die Norm gewesen, dass Kandidaten bei einer (zu erwartenden) Nicht-Wiederernennung zum Vorsitzenden auch als einfaches Mitglied zurückgetreten seien. Zuletzt habe Jerome Powell die Nase vorn gehabt. Er sei in jedem Fall der Kandidat, der für Kontinuität in der Ausrichtung der Notenbank spreche. Eine Entscheidung werde Anfang November erwartet.

Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) hätten US-Schatzanweisungen im September leicht an Wert verloren und 0,1 Prozent abgegeben. Damit hätten sie wesentlich schlechter abgeschnitten als Anleihen aus dem Euroraum. Zwar seien dort die Konjunkturdaten ähnlich gut ausgefallen, perspektivisch werde die Unterstützung der Europäischen Notenbank dort jedoch noch länger anhalten. In den USA sei hingegen bereits im Dezember mit dem nächsten Zinsschritt zu rechnen. Nach vorn gerichtet würden die Experten deshalb - und aufgrund der guten konjunkturellen Lage - von weiter leicht steigenden Renditen ausgehen. (Ausgabe Oktober 2017) (07.11.2017/alc/a/a)