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Rentenmärkte: Risiko erneut gesucht


10.07.20 09:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Staatsanleihen gerieten zunächst unter Abgabedruck, so die Experten von Union Investment.

Die Aussicht auf erhöhte Anleihevolumina im Rahmen der Hilfsprogramme, positivere Konjunkturaussichten und mögliche Inflationsrisiken hätten für steigende Renditen gesorgt. Die Bewegung sei aber schnell wieder ausgepreist worden und US-Schatzanweisungen hätten von da an unter geringen Ausschlägen seitwärts gehandelt. Die FED habe auf ihrer Sitzung keine Leitzinsänderung beschlossen, werde aber weiterhin Wertpapiere erwerben, um die günstige Refinanzierungsbedingungen für Haushalte und Unternehmen zu erhalten. Darüber hinaus würden die Währungshüter nun auch auf direktem Wege Unternehmensanleihen erwerben. Zum Monatsende hin habe die Nachfrage nach US-Schatzanweisungen wieder etwas zugenommen, als in den bevölkerungsreichsten Bundesstaaten die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus auf ein Rekordhoch gestiegen sei. Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) hätten US-Staatsanleihen im Juni 0,1 Prozent hinzugewonnen.

Im Mittelpunkt des Kaufinteresses am europäischen Staatsanleihenmarkt hätten erneut Anleihen aus den Peripherieländern gestanden. Für die hohe Nachfrage sei gleich in vielerlei Hinsicht die Europäische Zentralbank (EZB) verantwortlich gewesen. Die Währungshüter hätten auf den massiven ökonomischen Einbruch mit einer Aufstockung des Pandemic Emergency Purchase Programms um 600 Milliarden Euro reagiert. Des Weiteren habe die EZB die Laufzeit des Programms auf mindestens bis Ende Juni 2021 verlängert. Zur Monatsmitte sei zudem der erste von vier neuen Langfristtendern durchgeführt worden. Dabei sei die Rekordsumme von 1,31 Billionen Euro zugeteilt worden. Es dürfe davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der Mittel in kurzlaufende Staatsanleihen aus der Peripherie fließen werde. Als weiterhin stützend habe sich der Vorschlag für einen europäischen Rettungsfonds mit einer zumindest temporären Transferunion erwiesen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index habe dies für europäische Staatsanleihen ein Plus von 1,0 Prozent bedeutet.

Risikobehaftete Papiere seien gesucht gewesen und so hätten sich Unternehmensanleihen um 1,3 Prozent verteuert (ICE BofA Euro Corporate Index). Anleihen aus den Schwellenländern hätten sogar Kursgewinne von 3,5 Prozent verzeichnet (J.P. Morgan EMBI Global Div.). (Ausgabe vom 08.07.2020) (10.07.2020/alc/a/a)