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Rentenmärkte: Renditen weiter rückläufig - US-Renditen auf Novemberniveau zurückgefallen


16.06.17 12:10
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Staatsanleiherenditen befinden sich weiterhin auf dem Rückzug, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Das gelte insbesondere für die USA, wo die Renditen der T-Notes auf 2,13% gefallen seien (Vorwoche: 2,20%). Bei den Bunds sei es von niedrigem Niveau aus noch etwas niedriger gegangen. Interessanterweise habe auch die Zinsanhebung der US-Notenbank am letzten Mittwoch, es sei die zweite Straffung in diesem Jahr auf nunmehr 1,00% bis 1,25% gewesen, an dem Renditerückgang am langen Ende der Kurve nichts geändert.

Die wichtigste Botschaft der FED-Sitzung sei nicht so sehr die Zinsanhebung - die sei von den Terminmärkten vollständig antizipiert worden - sondern die klare Aussage gewesen, dass man in diesem Jahr mit dem allmählichen Abbau der Bilanzsumme beginnen werde. Dazu habe es auch Details gegeben: So sei vorgesehen, fällig gewordene Anleihen nur noch teilweise zu reinvestieren. Bislang sei stets der gesamte Betrag reinvestiert worden. Die neue Regelung sehe für Staatsanleihen vor, dass wenn bis zu 6 Mrd. US-Dollar fällig würden, dieser Betrag nicht wieder angelegt werde. Wenn es aber fällig gewordene Anleihen von beispielsweise 10 Mrd. US-Dollar gebe, würden davon 4 Mrd. US-Dollar erneut investiert. Bei hypothekengedeckten Wertpapieren sei die Grenze bei 4 Mrd. US-Dollar definiert.

Mit diesem Modell stelle die FED sicher, dass bei einer hohen Konzentration der Fälligkeiten die Bilanzsumme bzw. die Liquidität im Markt nicht zu sehr fallen würden. Die FED habe gleichzeitig signalisiert, dass sie die Inflation, die für den Monat Mai überraschenderweise auf 1,7% gefallen sei (Vormonat: 1,9%), genau im Auge behalten werde, sie aber zuversichtlich sei, dass das Inflationsziel mittelfristig erreicht werde. An der Einschätzung, dass ein weiterer Zinsschritt in diesem Jahr angemessen sei, hätten die FED-Mitglieder festgehalten. Dies stimmt überein mit der Prognose der Analysten der HSH Nordbank AG eines weiteren Zinsschrittes im Dezember 2017.

Zurück zum Marktgeschehen der letzten Tage: An den Aktienmärkten sei es zuletzt etwas ruppiger zugegangen, besonders die Technologiewerte seien verstärkt in Mitleidenschaft gezogen worden. Offenbar habe dies viele Investoren dazu veranlasst, verstärkt Staatsanleihen ins Portfolio zu nehmen. Nach den Kurseinbrüchen am Freitag und zum Wochenbeginn sei es allerdings zu einer Gegenbewegung an den Aktienmärkten gekommen. Setze sich diese fort, dürften auch die Renditen der T-Notes und der Bunds wieder steigen.

Am Sonntag stehe der zweite Wahlgang der französischen Parlamentswahlen auf der Agenda. Sollte die vorhergesagte deutliche absolute Mehrheit für die Präsidentenpartei La République En Marche tatsächlich Wirklichkeit werden, dürfte das Vertrauen in die französische und die Eurozonenwirtschaft noch einmal ansteigen, was zu einem Anstieg der Bundrenditen führen könnte. Von der Rede von FED-Chefin Yellen am Mittwoch (21.06.) könnten weitere Erkenntnisse über den zukünftigen geldpolitischen Kurs abgeleitet werden. Indizien für einen restriktiveren Kurs würden den US-Renditen Auftrieb geben. (Ausgabe vom 15.06.2017) (16.06.2017/alc/a/a)