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Rentenmärkte: Leichter Renditeanstieg gegen Ende 2018


04.12.17 10:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Mangels neuer Impulse seitens der Geldpolitik und makroökonomischer Faktoren gab es an den Rentenmärkten in den vergangenen Wochen relativ wenig Bewegung, so die Analysten von Postbank Research.

Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen habe in einer engen Bandbreite von 0,31% und 0,43% gelegen. Auch bei US-Staatsanleihen sei die Volatilität - auf höherem Renditeniveau - ähnlich gering gewesen. Die Märkte dürften sich auch in den kommenden Wochen schwer tun, einen klaren Trend auszubilden. Das geldpolitische Umfeld dürfte sich mit einer weiteren Leitzinserhöhung in den USA im Dezember zwar leicht verändern. Der Zinsschritt sei an den Märkten aber bereits eingepreist und auch die Kommunikation der US-Notenbank bzgl. des zu erwartenden, weiteren Zinspfads dürfte für die Märkte wenig Überraschendes beinhalten.

Die Analysten würden einen nachhaltigen Renditeanstieg im Euroraum erst für wahrscheinlich halten, wenn die Inflation im Verlauf von 2018 weiter anziehe und sich ein Ende der Nettoankäufe von Anleihen durch die EZB abzeichne. Für die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen würden die Analysten per Ende 2018 dementsprechend einen leichten Anstieg in Richtung 0,80% erwarten. Da die Notenbank fällige Anleihen bis auf Weiteres ersetzen dürfte, sollte sich die Aufwärtsbewegung bei den Renditen selbst nach vollständiger Beendigung des Anleiheankaufprogramms in Grenzen halten. Insbesondere bei Bundesanleihen spreche das hohe Volumen fälliger Anleihen im Bestand der EZB, die in den kommenden Jahren ersetzt werden müssten, in Verbindung mit einer gedämpften Neuemissionstätigkeit des Staates gegen einen sprunghaften Renditeanstieg.

Bei italienischen und spanischen Staatsanleihen könnte sich das Ende des Anleiheankaufprogramms etwas stärker auswirken als bei Bundesanleihen, da die notwendigen Reinvestitionen in Relation zu den Neuemissionen hier geringer seien. Dementsprechend könnte es in der zweiten Jahreshälfte 2018, wenn sich ein Ende der Nettoankäufe durch die EZB abzeichne, zu einer leichten Ausweitung der Risikoprämien in diesem Segment kommen.

Im historischen Vergleich sollten aber auch die Renditen von Anleihen der Euro-Peripheriestaaten noch sehr niedrig bleiben, solange die EZB ihre Politik der Reinvestitionen fortsetze und die Leitzinsen auf dem aktuell niedrigen Niveau belasse. Für andere Rentenmarktsegmente, insbesondere Covered Bonds, würden die Analysten trotz reduzierter Ankäufe und einem potenziellen Ende der Nettoankäufe durch die EZB in den kommenden Jahren eine unverändert hohe Knappheit erwarten. Dementsprechend dürften die Spreads hier sehr eng bleiben. (Ausgabe Dezember 2017) (04.12.2017/alc/a/a)