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Rentenmärkte: Kaum Bewegung bei den Staatsanleihen, Handelsstreitigkeiten halten Renditen niedrig


06.04.18 11:15
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Renditen von Bundesanleihen und Treasuries haben sich per saldo über die vergangene Woche wenig verändert gezeigt, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Die zehnjährigen T-Notes würden um ein Niveau von 2,80% pendeln, die Bundesanleihen gleicher Laufzeit um 0,50%. Bis Mitte Februar seien die Zinsen gestiegen, seitdem würden sie sich eher auf dem Rückzug befinden. Zu den niedrigeren Renditeniveaus hätten vor allem Sorgen um einen sich verschärfenden internationalen Handelskonflikt geführt, die Zuflüsse in den sicheren Hafen Staatsanleihen bedingt hätten.

Wann der Zinsanstieg neue Nahrung erhalte, sei schwer abschätzbar. Grundsätzlich würden die Analysten aber angesichts der guten Konjunkturdynamik und des Zinsstraffungskurses der FED von moderat steigenden Renditen in diesem Jahr ausgehen. Zunächst sollten die Zinsen angesichts der Handelsstreitigkeiten aber gedrückt bleiben. So hätten die USA und China in mehreren Runden Importzölle auf die Produkte des jeweils anderen Landes angekündigt. Zuletzt habe die chinesische Regierung als Antwort auf die jüngst angekündigten Zölle der US-Administration auf 1.300 chinesische Güter Einfuhrzölle auf 106 US-Produkte - hierzu würden u.a. anderem wichtige Importgüter wie Sojabohnen, Autos und Flugzeuge zählen - angekündigt. Der Importwert liege auf beiden Seiten jeweils bei rund 50 Mrd. US-Dollar.

Die ISM-Indices aus den USA für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor seien im März gesunken und würden damit auf etwas weniger Konjunkturoptimismus hindeuten. Nichtsdestotrotz lägen sie mit 59,3 und 58,8 Punkten immer noch deutlich oberhalb der Wachstumsgrenze von 50 Punkten. Auch die Einkaufsmanagerindices in der Eurozone würden in die gleiche Richtung deuten. Sie hätten über den Jahreswechsel Rekordstände erreicht und seien zuletzt rückläufig gewesen.

Eine weitere wichtige Datenveröffentlichung sei die Schnellschätzung der Inflationsrate in der Eurozone gewesen. Sie sei im März mit 1,4% YoY angegeben worden. Im Februar sei diese noch auf 1,1% gesunken, wobei ein Rückgang angesichts eines Basiseffektes erwartet worden sei, jedoch nicht in dieser Größenordnung. Ähnliche Teuerungsraten wie die im März bzw. leicht darüber seien auch für das restliche Jahr zu erwarten. Damit bleibe das Preisziel der EZB bei knapp 2% erst einmal außer Reichweite.

Am Freitag (06.04.) werde der Arbeitsmarktbericht in den USA veröffentlicht. Dabei sollte der Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft nicht so hoch wie im Vormonat ausfallen (Februar: 313 Tsd.). Die Analysten würden mit einem Plus von knapp 200 Tsd. Stellen rechnen. Das liege an den Schneestürmen, die im März die US-Ostküste getroffen hätten. Arbeitnehmer seien deswegen zu Hause geblieben und würden nicht in der Erhebung aufgeführt. Besondere Beachtung dürfte erneut die Entwicklung des Lohnwachstums erfahren. Zeichne sich hier eine höhere Dynamik ab, könnten sich schnell die Erwartungen der Marktteilnehmer verstärken, die FED könne die Leitzinsen 2018 insgesamt vier Mal anheben. Die Löhne seien zuletzt um 2,6% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. (Ausgabe vom 05.04.2018) (06.04.2018/alc/a/a)