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Rentenmärkte Eurozone: Zwischenzeitlich Ruhephase in Italien


08.08.18 10:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Europäische Staatsanleihen starteten freundlich in den Juli und legten zunächst leicht zu, so die Experten von Union Investment.

Peripherieanleihen seien gefragt geblieben, da sich die Situation in Italien auf einem deutlich erhöhten Renditeniveau stabilisiert habe. Die als sicher geltenden Papiere aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden hätten von einer weiteren Eskalation im Handelsstreit mit den USA profitiert. Darüber hinaus habe US-Präsident Trump bei vielen Staatschefs für Unmut gesorgt. Auf seiner Europareise habe er sich bei strittigen Themen wenig kompromissbereit gezeigt und die diplomatischen Beziehungen einer harten Bewährungsprobe unterzogen. Höhepunkt dieser Reise sei das Treffen mit Russlands Präsident Putin gewesen. Für seine Äußerungen auf der anschließenden Pressekonferenz sei er hart kritisiert worden.

Anleger hätten sich in diesem Umfeld verunsichert gezeigt. Im weiteren Monatsverlauf seien die Investoren aber wieder risikobereiter geworden, da sich die Lage im Handelsstreit etwas entspannt habe. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen hätten daraufhin die Marke von 0,4 Prozent überschritten. In der Peripherie seien vor allem Anleihen aus Portugal gefragt geblieben.

In Italien hingegen habe sich das Bild etwas eingetrübt. Hier müssten Anleger wohl auch weiterhin mit größeren Schwankungen rechnen. Noch dominiere die Flüchtlingspolitik das politische Tagesgeschehen in Rom. Im Herbst müsse jedoch ein Haushalt für 2019 verabschiedet werden. Hier könnte es zu Unstimmigkeiten innerhalb der italienischen Koalition und auch zwischen Italien und der Europäischen Union (Stichwort: Maastricht-Kriterien) kommen. In Summe hätten europäische Staatsanleihen im Juli, gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, einen Verlust von 0,3 Prozent hinnehmen müssen. Auffällig sei dabei die erneute Diskrepanz zwischen Kernanleihen (-0,5 Prozent) und Peripherietiteln (-0,1 Prozent) gewesen.

Nach der großen Weichenstellung im Juni habe es auf der letzten EZB-Sitzung keine großen Neuigkeiten gegeben. Es habe auch keine näheren Informationen zu den konkreten Modalitäten hinsichtlich der Wiederanlage fällig werdender Anleihen aus dem EZB-Wertpapierportfolio gegeben. Laut EZB-Präsident Mario Draghi seien diese Fragestellungen auch nicht diskutiert worden. (Ausgabe Juli 2018) (08.08.2018/alc/a/a)