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Rentenmärkte Eurozone: Freundliche Entwicklung - Peripherieanleihen besonders gefragt


07.11.17 10:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der europäische Rentenmarkt blickt auf einen überaus freundlichen Monat zurück, so die Experten von Union Investment.

Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, hätten europäische Staatsanleihen im Oktober 1,1 Prozent an Wert gewonnen. Wieder einmal sei ein großer Unterschied zwischen Peripherieanleihen und Papieren aus den Kernstaaten deutlich geworden. Anleihen aus Südeuropa hätten im Schnitt doppelt so stark zugelegt. Mit Blick auf spanische Titel möge das verwundern, schließlich hätten Nachrichten über die Unabhängigkeitsbestrebungen der Region Katalonien die Medien bestimmt. Zum Monatsende sei die Regionalregierung schließlich entmachtet und Neuwahlen angesetzt worden. Den Umfragen zufolge dürften die Befürworter einer autonomen Region dann ihre Mehrheit verlieren.

Gute Nachrichten seien aus Italien gekommen. Dort sei die neue Wahlrechtsreform nach dem Abgeordnetenhaus nun auch vom Senat gebilligt worden. Mit der Reform sollten stabilere Verhältnisse geschaffen werden. Das neue Wahlrecht sei eine Mischung aus Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht. In Italien müsse spätestens im Mai 2018 gewählt werden. Protest sei vor allem von der 5-Sterne-Bewegung gekommen. Die eurokritische Partei vereine in den aktuellen Umfragen den größten Stimmenanteil auf sich und wäre klarer Verlierer der längst überfälligen Reform.

Besonders marktbewegend sei jedoch die Sitzung der Europäischen Zentralbank gewesen. Wie erwartet würden die Währungshüter demnächst ihre Anleihekäufe reduzieren. Ab Januar würden monatlich nur noch 30 Milliarden Euro statt wie bisher 60 Milliarden Euro erworben. Gleichzeitig sei das Programm jedoch bis September nächsten Jahres verlängert und möglichen Zinserhöhungsfantasien eine klare Absage erteilt worden. Die Unterstützung der EZB bleibe also, wenn auch in reduzierter Form, erhalten und sei deshalb sehr positiv aufgenommen worden. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen sei auf 0,36 Prozent gesunken. Laufzeitkongruente Papiere aus Spanien hätten die Marke von 1,5 Prozent unterschritten.

Die guten Konjunkturdaten würden nach vorn gerichtet für weiter steigende Renditen sprechen. Der Anstieg dürfte aber moderat ausfallen, da die Unterstützung der Notenbank erhalten bleibe und Zinserhöhungen nicht vor 2019 gesehen würden. (Ausgabe Oktober 2017) (07.11.2017/alc/a/a)