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Rentenmärkte Euro-Outs: Sanktionen gegen Russland lasteten auf den Notierungen


09.08.17 09:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Kurse europäischer Staatsanleihen außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes tendierten im Juli in Summe letztlich leicht schwächer, so die Experten von Union Investment.

Damit hätten sie größtenteils einen ähnlichen Verlauf wie Bundesanleihen aus dem Euroraum vollzogen. Von der freundlichen Seite hätten sich Papiere aus Großbritannien, Ungarn und Tschechien gezeigt. Letztere hätten dadurch einen Teil der Verluste aus dem Vormonat wieder aufholen können, als die im Herbst nahenden Parlamentswahlen belastet hätten. Zu einem leichten Renditeanstieg sei es in Schweden, Russland und der Schweiz gekommen.

Russische Anleihen hätten unter den Sanktionen der USA gelitten. Der US-Senat habe diese aufgrund der möglichen Verwicklungen Russlands in den US-Wahlkampf verhängt. Auf diplomatischer Ebene gehe es deshalb zwischen beiden Atommächten hoch her. In der aktuellen wie-du-mir-so-ich-dir-Politik habe Moskau mit der Ausweisung von mehr als 700 US-Diplomaten reagiert. Eine weitere Zuspitzung werde indes nicht erwartet. Russland sei auf gute Beziehungen zu Europa und den USA angewiesen. Im Osten des Landes würden zudem die Interessen Russlands mit denen Chinas kollidieren. In der Schweiz sei über Monate hinweg der Wechselkurs zum Euro regelrecht fest zementiert gewesen. Die Renditen seien zudem deutlich geringer als in Deutschland gewesen.

Anlagen in der Schweiz hätten als Hort der Sicherheit gegolten. Abnehmende politische Risiken nach der Frankreichwahl hätten nun offenbar dazu geführt, dass das Interesse der Anleger nachlasse. Der Renditeunterschied zu Bundesanleihen sei inzwischen nur noch sehr gering. Parallel dazu werte der Schweizer Franken zum Euro stark ab. Dies dürfte neben den Schweizerischen Unternehmen vor allem die Nationalbank freuen, die in den letzten Monaten massiv Euro angekauft habe, um den Kurs des Schweizer Franken zu stützen. Habe ein Euro zu Jahresbeginn noch 1,06 Schweizer Franken gekostet, seien es zuletzt bereits 1,14 gewesen. (Ausgabe Juli 2017) (09.08.2017/alc/a/a)