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Rentenmärkte Euro-Outs: Rating von Russland hochgestuft


12.03.18 10:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Handel am Markt für europäische Staatsanleihen außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes verlief im Februar recht volatil, so die Experten von Union Investment.

Eine Korrektur an den Aktienmärkten habe eine Flucht in sichere Häfen ausgelöst. Schnell sei es aber auch wieder zu einer Gegenbewegung gekommen. Mit Blick auf die Kursentwicklung in den einzelnen Ländern lasse sich kein klarer Trend ausmachen. Schuldverschreibungen aus Ungarn und der Türkei dürften in erster Linie unter der allgemeinen Risikoaversion gelitten haben. Wichtiger als die Risikoaversion der Marktteilnehmer seien jedoch länderspezifische Nachrichten gewesen.

Großer Gewinner im Februar seien Anleihen aus Russland gewesen. Diesmal sei dafür nicht der Ölpreis verantwortlich gewesen - der letztlich sogar nachgegeben habe - sondern vielmehr die Bonitätseinschätzung des Landes. Nach der US-Ratingagentur Fitch würden nun auch die Branchenkollegen von Standard & Poor's dem einstigen Zarenreich eine Kreditwürdigkeit oberhalb des Ramschniveaus bescheinigen. Damit sei es nun auch großen Investoren mit Ratingbeschränkungen wieder möglich, russische Anleihen in ihr Portfolio aufzunehmen. Neben rückläufigen Renditen habe auch der Russische Rubel aufgewertet.

Auffällig sei auch die gegensätzliche Entwicklung der beiden Nachbarstaaten Norwegen und Schweden gewesen. Während norwegische Papiere unter Druck gekommen seien, seien Staatsanleihen aus Schweden gesucht gewesen. Nach schwachen Konjunktur- und Inflationsdaten hätten die schwedischen Währungshüter bekannt gegeben, von Zinserhöhungen vorerst absehen zu wollen.

Größere Zuwächse habe es auch bei polnischen Staatsanleihen gegeben. Die Warschauer Aktienbörse sei neben der globalen Korrektur davon belastet worden, dass die Europäische Union mit einer Kürzung ihrer Mittel gedroht habe, sollte die Rechtstaatlichkeit des Landes weiter leiden. Die polnische Regierung habe sich daraufhin bereit erklärt, zu prüfen, ob die Maßnahmen zur polnischen Justizreform insgesamt ein Risiko dargestellt hätten. Anleger hätten dennoch von Aktien in Rentenpapiere umgeschichtet. (Ausgabe Februar 2018) (12.03.2018/alc/a/a)