Renten: Die angespannte Situation zwischen Nordkorea und den USA schreckt die Investoren auf


09.08.17 09:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Der gestrige Handelstag begann wie bereits der Dienstag mit einem Dämpfer für die deutsche Wirtschaft: Die Außenhandelsdaten fielen deutlich schwächer aus, als es erwartet worden war, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Dennoch könnten sich Handels- und Leistungsbilanzüberschuss durchaus sehen lassen. Und die Kritik der Gegner des hohen positiven deutschen Außenbeitrags werde sicher nicht verstummen.

Heute Morgen stünden jedoch ganz andere Themen auf der Agenda. Die harschen Aussagen des US-Präsidenten in Richtung Nordkorea gestern Abend seien nicht ohne Antwort aus dem Land geblieben. Die Investoren jedenfalls würden die Drohungen und Gegendrohungen verschrecken, weil sie befürchten würden, der Konflikt könne irgendwann eskalieren. Die Anleger hätten auf risk-off geschaltet. Die Aktienmärkte in weiten Teilen Asiens hätten nachgegeben.

Die Preisdaten aus China seien in diesem Umfeld kaum wahrgenommen worden. Allerdings seien die Erzeuger- und Konsumentenpreise auch mehr oder weniger exakt im Rahmen der Schätzungen ausgefallen. Auf Jahresbasis hätten beide Werte 0,1 Prozentpunkte weniger zugelegt, als es geschätzt worden sei. Die immer noch geringe Dynamik der Konsumentenpreise gebe der Peoples Bank of China durchaus noch Spielraum, die Leitzinsen abzusenken. Aufgrund der Verschuldungssituation der privaten Haushalte und Unternehmen dürfte sie davon aber vorerst keinen Gebrauch machen.

Das Treffen der OPEC- und Nicht-OPEC-Länder sei gestern ergebnislos zu Ende gegangen. Alle Beteiligten hätten zwar versichert, dass sie sich an die vereinbarten Fördergrenzen halten möchten. Es bleibe jedoch fraglich, ob diese Grenzen tatsächlich von allen Beteiligten ein zu eins umgesetzt würden, da sich weiterhin zahlreiche Länder nicht oder nur zum Teil an die Zusagen halten würden.

Am heutigen Handelstag dürften die Sorgen vor einer Eskalation der Lage zwischen Nordkorea und den USA zumindest den Handelsauftakt beherrschen. Im weiteren Tagesverlauf sollten vor allem die US-Konjunkturdaten im Fokus stehen. Gestern habe der überraschend deutliche Anstieg an offenen Stellen, der durch den Job Opening and Labor Market Survey (JOLTS) berichtet worden sei, für Reaktionen gesorgt. Die US-Renditen seien gestiegen, der USD habe an Wert gewonnen. Die hohe Zahl offener Stellen werde als weiteres Anzeichen interpretiert, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften ungebrochen sei, sodass es vielleicht bald zu den von der FED erhofften Steigerungen der durchschnittlichen Stundenlöhne kommen werde. Heute jedenfalls stünden die Daten zur Produktivität und den Lohnstückkosten in Q2 im Fokus. Die geringen Produktivitätssteigerungen der vergangenen Quartale dürften einem Anziehen der der durchschnittlichen Stundenlöhne ebenfalls im Weg gestanden haben. Der Produktivitätszuwachs in Q2 dürfte überschaubar ausgefallen sein. Ähnliches gelte für den Anstieg der Lohnstückkosten.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte von dem risk-off-Modus der Investoren profitieren und sollte daher mit leichten Gewinnen in den Tag starten. Die Aufstockung der 2022er Bund dürfte problemlos vonstatten gehen. Im Tagesverlauf sollte sich der Bund-Future zwischen 162,65 und 163,85 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,19% und 2,34% schwanken, wobei die 10-jährigen T-Notes schwerer zu platzieren sein würden als die 3-jährigen gestern. (09.08.2017/alc/a/a)





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