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Renten: Zwischen den Auftritten der NotenbankerInnen bleiben die Staatsrenditen sehr niedrig


19.07.21 16:28
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Nach Powells Auftritt ist vor Lagardes Auftritt! So mag man derzeit die Phase zwischen den Statements der großen NotenbankerInnen beiderseits des Atlantiks wohl beschreiben können, so die Analysten der Nord LB.

Nachdem FED-Chef Jerome Powell am vergangenen Mittwoch das Szenario einer nur temporär erhöhten Inflationsrate nochmals betont habe und auf weiteres Abwarten verwiesen habe, da die unzureichende Beschäftigungslage noch auf eine expansive Geldpolitik angewiesen sei, werde die EZB-Chefin Christine Lagarde am kommenden Donnerstag Neuigkeiten aus Frankfurt verkünden können. So sei es jedenfalls von ihr avisiert worden und die Marktteilnehmer dürften gespannt sein, was nun herauskommen werde. Die Analysten könnten sich dabei gut vorstellen, dass es um das PEPP gehen werde. Vielleicht werde es Anpassungen in der Aussage geben, dass das Aufkaufprogramm "mindestens bis Ende des 1. Quartals 2022" laufen werde, oder dass es in einem bestimmten Volumen übergangsweise vom APP oder gar einem Zwischenprogramm übernommen werde, um die Übergangsphase so reibungslos wie möglich zu gestalten.

Die EZB-Sitzung werde entsprechend zum Highlight der Woche! Zudem biete der Datenkalender nicht viel Spannendes: Da möge man zu Beginn der Woche auf Zahlen zum US-Immobilienmarkt schauen und am Ende der Woche auf eine Fülle an vorläufigen Ergebnissen der Markit Einkaufsmanagerindices der verschiedenen Länder. Aber keine Veröffentlichung werde das Potenzial haben, die Finanzmärkte richtig durchzurütteln. Insofern würden die Notenbanken das wichtigste Thema bleiben. Auch die Neuinfektionszahlen könnten wieder bedeutsamer werden, da die Anstiege in einigen Ländern (Uk, Spanien, teilweise USA) mittlerweile schon wieder recht hoch seien.

Solange die Krankenhauseinlieferungen aber niedrig bleiben würden, könnten Bevölkerung und Medien aber zunehmend in Nonchalance verharren. Die Renditen der Rentenmärkte würden trotz hoher Inflationsraten und zunehmender Inflationssorgen auf niedrigem Niveau verbleiben und nun zunehmend wieder konjunkturelle Risiken einpreisen. So werde den Notenbankern die Geschichte um eine "temporäre" Inflation abgenommen, da tatsächlich einige pandemie-bedingte Preistreiber wie Gebrauchtwagenpreise zu einem hohen Anteil für den Inflationsanstieg verantwortlich gemacht werden könnten. (19.07.2021/alc/a/a)