Renten: Wirtschaft im Euroraum auf Kurs - Unruhe über Auswirkungen des katalanischen Verhaltens bleibt bestehen


04.10.17 08:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die bislang veröffentlichten Wirtschaftsdaten für den Euroraum deuten auf die Fortsetzung des Aufschwungs hin, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Die endgültigen Werte der Markit-Einkaufsmanagerindices für das Dienstleistungsgewerbe für den Monat September würden keine Ausnahme machen. Dennoch würden die Risiken für den Aufschwung im Euroraum bestehen bleiben: Die Geldpolitik der EZB überdecke die strukturellen Schwächen sowie die weiterhin mangelnde Reformbereitschaft vieler Euroländer.

Und die Entwicklung in Katalonien mache deutlich, dass den politischen Brandherden im Euroraum in der Vergangenheit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden sei. Obwohl die formale Abspaltung ein Rechtsbruch wäre, scheine die Lokalregierung zu diesem Schritt entschlossen zu sein. Nach wie vor müsse der der dortigen Regierung ein großes Maß an Naivität unterstellen, denn Anerkennung werde eine autonome Republik Katalonien nicht erhalten. Dass viele Unternehmen die Region verlassen würden und die Region damit erheblich geschwächt werde, scheine ebenfalls keine Rolle zu spielen. Die anhaltenden Risiken dürften weiterhin dazu beitragen, dass sich die Kreditrisikoaufschläge für spanischen Staatsanleihen gegen Bundesanleihen nicht zurückbilden würden. Letztlich schade das Verhalten der Region damit ganz Spanien, das sich derzeit zu schlechteren Konditionen refinanzieren könnte.

Neben den Wirtschaftsdaten aus dem Euroraum würden diejenigen aus den USA von Bedeutung sein. Der ISM für das Dienstleistungsgewerbe dürfte auf hohem Niveau verharren, vielleicht sogar besser ausfallen als erwartet, sofern die Unternehmen auf Steuersenkungen hoffen würden. Im Hinblick auf die Geldpolitik der FED sei der ADP-Bericht zu beachten. Er dürfte einen ersten Aufschluss geben, wie stark der Einfluss der Unwetter im September auf den Arbeitsmarkt tatsächlich gewesen sei.

Nach den Aussagen zahlreicher US-Notenbankvertreter der letzten Tage werde eine Leitzinsanhebung im Dezember kein Selbstläufer werden. Janet Yellen könnte hierzu in ihrem Statement heute noch einmal zumindest kurz Position beziehen. Zu beachten sei ebenfalls die Veränderung der Zusammensetzung des geldpolitischen Gremiums im Dezember: Yellens Stellvertreter sei dann nicht mehr im Amt, sodass sie einen wichtigen Mitstreiter verliere, der sich in der Vergangenheit sowieso immer für einen restriktiveren geldpolitischen Kurs eingesetzt habe. Gerade wegen der geringen Dynamik der Preise würde der Notenbankchefin sicher starke Arbeitsmarktberichte bei der Durchsetzung einer weiteren Leitzinsanhebung helfen, selbst wenn die Steigerung der durchschnittlichen Stundelöhne gering ausfallen würde.

Mit den Vorgaben aus dem asiatischen Raum dürfte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) gut behauptet in den Tag starten. Die Aufstockung der 2027er Bund könnte für leichte Belastung sorgen. Allerdings sollten sich auf dem im Vergleich zu einigen Wochen erhöhten Renditeniveau durchaus Käufer finden lassen. Die Probleme in Spanien sollten zusätzlich nachfragestimulierend wirken. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,40 und 161,80 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,26% und 2,39% schwanken. (04.10.2017/alc/a/a)





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