Renten: Wieder etwas niedrigere Renditen - trotz eines soliden US-Arbeitsmarktberichts


05.11.19 11:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der Benchmarkanleihen tendierten zu Beginn dieser Woche auf einem ähnlichen Niveau wie beim Vorwochenstart, so Dr. Tobias Basse und Bernd Krampen von der NORD/LB.

Die Verzinsung zehnjähriger deutscher Bunds notiere zuletzt bei -0,36%, die Rendite amerikanischer Treasuries mit gleicher Laufzeit sei sogar nach einem kurzzeitigen Überschreiten der Marke von 1,85% bis unter 1,70% gefallen, liege aber mittlerweile wieder bei 1,75%. Der transatlantische Renditespread zehnjähriger Benchmarkanleihen sei bei etwa 210 Basispunkten. Die Zinskurve (10J minus 2J) in den USA weise einen Spread von knapp 17 Basispunkten auf. Bei den europäischen Benchmarkanleihen liege der gleiche Term Spread bei gestiegenen 30 Basispunkten.

Gewisse Irritationen hinsichtlich der zuletzt als wahrscheinlicher eingeschätzten (Teil-)Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China hätten in der vergangenen Woche wieder ein wenig die Renditen nach unten gedrückt. Die Unterschriftsreife des Handelsvertrages sei auf den Finanzmärkten wieder etwas stärker angezweifelt worden. Allerdings habe der US-Handelsbeauftragte Wilbur Ross fast schon einen bemerkenswerten Optimismus versprüht, als er am Wochenende davon gesprochen habe, die Diskussionen im Handelsstreit seien "weit fortgeschritten" für die "1. Phase" eines Handelsdeals, der wahrscheinlich bereits noch in diesem Monat "irgendwo" in den USA unterzeichnet werden könne. Auch gegenüber den europäischen Handelspartnern sei man auf einem guten Weg zu einer gewissen Übereinkunft in Sachen Importzöllen. Die Zuversicht sei also gestiegen, es werde aber weiter abzuwarten sein, wie sich Washington und Peking in den nächsten Wochen verhalten würden.

Der US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag habe jedenfalls die Konjunkturaussichten für die USA merklich verbessert - dagegen gleichzeitig weitere Zinssenkungen natürlich auch weniger wahrscheinlich werden lassen. In dieser Woche werde vor allem auf den ISM PMI Non-Manufacturing zu achten sein. Deutsche Zahlen aus dem schwächelnden Verarbeitenden Sektor dürften wohl kaum überzeugen können. (Ausgabe 45 vom 04.11.2019) (05.11.2019/alc/a/a)