Renten: Wie viele Arbeitsplätze wurden in den USA im Dezember tatsächlich geschaffen?


05.01.18 10:10
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Heute steht ohne Zweifel der US-Arbeitsmarktbericht für den Dezember im Mittelpunkt des Interesses der Investoren, so die Analysten der National-Bank AG.

Schließlich habe der ADP-Bericht gestern die Erwartungen auf mehr geweckt. Die Marktteilnehmer hätten sich insgesamt auf einen Bericht eingestellt, in dem von einer großen Zahl neu geschaffener Stellen die Rede sei. Ganz außer Acht sollte man andere Größen nicht lassen: Die Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne dürfte für die US-Notenbanker mehr Relevanz haben als die Zahl neu geschaffener Stellen.

Letztlich sei bekannt, dass die USA am Rande der Vollbeschäftigung seien, sich das jedoch nicht in der Entwicklung der Stundenlöhne hinreichend widerspiegele. Die Mehrzahl der Jobs werde nach wie vor im Niedriglohnsegment geschaffen. Solange die Lohnentwicklung moderate bleibe, habe die FED also keinen unmittelbaren weiteren Handlungsdruck, geldpolitisch aktiv zu werden.

Ob andere US-Notenbankvertreter dagegen die Einschätzung von James Bullard teilen würden, der trotz der fiskalischen Impulse keinen zusätzlichen Handlungsbedarf für die FED sehe, sei zu bezweifeln. Unmittelbar müssten daraus keine Maßnahmen abgeleitet werden, da es einige Zeit in Anspruch nehmen werde, bis sich die fiskalischen Maßnahmen in der Realwirtschaft niederschlagen würden. Dann könnte durchaus zusätzlicher Handlungsdruck auftreten. Hierzu dürfte es durchaus Stimmen von US-Notenbankvertreter geben, die das auch so sehen würden.

Vielleicht gebe es heute Abend bereits entsprechende Aussagen. Obwohl der US-Arbeitsmarktbericht das Tagesereignis sein werde, sollte der ISM für das Dienstleistungsgewerbe nicht außer Acht gelassen werden. Die Steuerreform dürfte ähnlich wie bei dem Pendant aus dem Verarbeitenden Gewerbe Spuren hinterlassen haben, sodass es ein deutlicher Anstieg wahrscheinlich sei.

Am Vormittag stünden weitere Preisdaten aus verschiedenen Euroländern an. Nach den jüngsten Aussagen einiger europäischer Notenbankvertreter zu einem Ende des QE-Programms bereits im Oktober sollte sie durchaus Bedeutung haben. Letztlich würden sich die Preise zwar in Richtung des Zielwertes der EZB bewegen, aber vorerst noch deutlich darunter bleiben. Einfluss auf das Marktgeschehen würden die Preisinformationen kaum nehmen können.

Bei einem Thema, das die Kapitalmärkte letztes Jahr immer wieder durchgeschüttelt habe, inzwischen aber kaum noch Beachtung finde, scheine sich etwas zu bewegen: Seoul und Pjöngjang wollten wieder direkt miteinander sprechen.

Die Investoren würden sich vor der Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichtes in Zurückhaltung üben. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sollte daher kaum geändert in den Handelstag starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,90 und 162,45 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,39 und 2,52% schwanken. (05.01.2018/alc/a/a)