Renten: Wer wird die FED künftig führen? Das Warten hat ein Ende


02.11.17 10:30
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Erwartungsgemäß hat die US-Notenbank nach ihrer zweitätigen geldpolitischen Tagung gestern Abend alles beim Alten gelassen, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Erklärung nach der Tagung des FOMC sei leicht angepasst worden. Aus dieser Anpassung gehe hervor, dass die Notenbanker die wirtschaftlichen Perspektiven der USA etwas besser einschätzen würden, als es noch vor wenigen Wochen der Fall gewesen sei. Neue Aussagen zu Inflationserwartungen habe man dagegen vergebens gesucht. Eine Mehrheit der US-Notenbanker werde sich wahrscheinlich von einer geringen Teuerungsdynamik nicht abhalten lassen, an der Zinsschraube im Dezember zu drehen. Es müsste schon ernst zu nehmende Schocks geben, damit es sich die FED-Vertreter anders überlegen würden.

Die Investoren sollten sich auf die Anhebung der FED Funds Zielzone um 25 BP einstellen. Ob das dann die letzte Leitzinserhöhung unter der Führung von Janet Yellen sein werde, bleibe offen. Sie hätte immerhin noch am 31. Januar 2018 eine Gelegenheit, noch einen Leitzinsschritt zu moderieren. Danach dürfte für sie Schluss sein. Die Anzeichen würden sich verdichten, dass sich der US-Präsident für Jerome Powell als Yellen-Nachfolger entschieden habe. Heute Abend sei mit einer offiziellen Stellungnahme aus dem Weißen Haus dazu zu rechnen.

Mit Powell könnten die Investoren auf Kontinuität bei der Geldpolitik setzen. Vermutlich werde er sich einer maßvollen Lockerung der Regulierung des Finanzdienstleistungssektors nicht verschließen. Selbst die notwendige Zustimmung des Senats zu dieser Personalie sollte keine Hürde werden. Er könne sicher auch mit einigen Stimmen aus der demokratischen Fraktion rechnen. Die weitere Nachricht, auf die an den Finanzmärkten derzeit gewartet werde, sei die konkrete Ausgestaltung der US-Steuerreform. Da das parlamentarische Verfahren demnächst eingeleitet werden solle, solle der Gesetzesentwurf heute publik gemacht werden. Wenn die Veröffentlichung tatsächlich heute im Laufe des Abends oder der Nacht erfolgen sollte, dürfte es dazu morgen früh erste Einschätzungen geben.

Die Diskussion in den politischen Kreisen in den USA mache derzeit deutlich, dass es noch viele strittige Punkte gebe. Vor diesem Hintergrund dürften sich die Investoren an den Bondmärkten in Zurückhaltung üben. Die endgültigen Werte der Markit Einkaufsmanagerindices für verschiedene Euroländer würden keine Überraschung bieten. Gegen Mittag würden sich die Blicke auf UK richten. Die Bank of England dürfte trotz der unklaren Perspektiven hinsichtlich der Zukunft des Landes aufgrund der Teuerungsdynamik die Leitzinswende einleiten. Ohne Risiken sei die Maßnahme jedoch nicht. Morgen stehe außerdem der US-Arbeitsmarktbericht an. Aufgrund der Wettereinflüsse könne er durchaus zu einer Wundertüte werden. Überbewerten sollte man ihn nicht.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte kaum verändert in Tag starten und sich im Tagesverlauf zwischen 161,80 und 163,05 bewegen. Die Aufnahme der Emissionen aus Spanien werde einen Aufschluss darüber geben, ob die politischen Risiken tatsächlich noch eine Rolle spielen würden. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,31 und 2,46% schwanken. (02.11.2017/alc/a/a)





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