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Renten: Wenn es regnet, dann schüttet es auch gleich - Renditen springen rasant in die Höhe!


22.02.21 14:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Starke US-Wirtschaftsdaten (Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion) und Zuwächse bei den Produzenten- und Importpreisen bestätigen die Einschätzungen derjenigen Marktteilnehmer, die von einer baldigen sukzessiven Konjunkturerholung in Verbindung mit einem Konsumrausch und einem Anziehen der Preissteigerungsraten ausgehen, so die Analysten der Nord LB.

Zuletzt sei die Stimmungslage vieler Marktteilnehmer auf Sicht von drei bis sechs Monaten nochmals zementiert worden: Fortschritte bei den Impfungen sowie ein (weltweiter) Rückgang der Neuinfektionszahlen würden das derzeit dominierende Szenario einer zu erwartenden konjunkturellen Aufhellung rechtfertigen. Das belaste auch die Staatsanleihen. So sei der Renditeanstieg der vergangenen Wochen zuletzt sogar verstärkt fortgesetzt worden: Die Renditen zehnjähriger US-Treasuries seien zwischenzeitlich auf über 1,39% gesprungen, jene der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen auf über -0,31%. Dessen ungeachtet würden Verunsicherungen über den weiteren Pfad des Infektionsgeschehens, den nötigen Restriktionen und damit der Konjunkturentwicklung - vor allem in Deutschland und Euroland - erhalten bleiben.

Insbesondere die Virusmutanten würden derzeit mehr als noch in den letzten Monaten die Aussichten vernebeln. So würden die Neuinfektionszahlen in Deutschland wieder ansteigen - vermutlich wegen B.1.1.7. Mit Hilfe der Impfungen sollte dennoch auf Sicht der nächsten Monate der konjunkturelle Aufschwung an Fahrt aufnehmen. Dieses Szenario gelte zumindest, solange die Impfstoffe sich als (überwiegend) wirksam erweisen würden. Die bereits heute Morgen veröffentlichten Daten zum deutschen ifo-Geschäftsklimaindex würden bestätigen, dass eine vorsichtig optimistische Tendenz wohl am wahrscheinlichsten zu sein scheine.

Ansonsten könnten in dieser Woche noch das europäische Sentiment und die US-Durables am Donnerstag sowie die persönlichen Ausgaben und Einkommen am Freitag von Interesse sein. In den Fokus rücke vor allem aber der Auftritt von US-Notenbankchef Jerome Powell vor dem Banking Committee am Dienstag (sowie vor dem House Financial Services Panel am Mittwoch), bei dem er den Kongressabgeordneten Rede und Antwort stehen müsse. Er habe dabei die von ihm zu erwartende geldpolitische Ausrichtung zu skizieren und zu verteidigen. Auf versteckte (unbeabsichtigte) Hinweise werde natürlich besonders zu achten sein. (22.02.2021/alc/a/a)