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Renten: Wenige Konjunkturdaten - Renditetendenzen zwischen Hoffen und (mehr) Bangen!


06.07.20 15:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Verglichen mit letzter Woche - und den Datenhighlights ISM PMI Manufacturing und US-Arbeitsmarktbericht, die recht positiv ausgefallen sind - ist der Kalender für die nächsten Tage als recht übersichtlich zu bezeichnen, so die Analysten der Nord LB.

Die wohl wichtigste Bekanntgabe stehe dabei noch heute mit dem ISM PMI für den Dienstleistungssektor an. Nachdem dieser bereits im Mai von seinem pandemiebedingten Tief bei 41,8 auf 45,4 Punkte angestiegen sei, würden die Analysten für den Juni-Wert mit einer weiteren Erholung auf 48,5 Punkte rechnen. Er würde damit unterhalb des Indexstandes des ISM PMI Manufacturing verbleiben. Zu befürchten sei allerdings, dass sich angesichts der zuletzt stärkeren Ausbreitung des Coronavirus die Stimmung in den Unternehmen eher wiederleicht verschlechtern könnte.

Als sehr zeitnaher Indikator könnten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag mit einem erstmals seit März wieder zu befürchtenden minimalen wöchentlichen Anstieg die Verdüsterung der Situation im Land der unbegrenzten Möglichkeiten anzeigen. Zudem stünden mit den Produzentenpreisen am Freitag die ersten Preisdaten aus den USA für den Berichtsmonat Juni an. Mit einem (erneut) deutlichen Anstieg im Headline-Index der PPI um 0,5% M/M dürfe gerechnet werden, was die Jahresrate aber weiterhin unterhalb der Nulllinie verbleiben lasse.

In Deutschland werde am Dienstag auf die Industrieproduktionszahlen (Anstieg um +12% M/M zu erwarten) und am Donnerstag auf die Außenhandelszahlen (deutlicher Rebound der Exporte und Import nach oben) zu schauen sein. Ansonsten bleiben die Renditen der Benchmarkanleihen bestimmt von den Sorgen und Hoffnungen der Marktteilnehmer hinsichtlich der Ausbreitung des Coronavirus, wobei - im Gegensatz zu den wieder liquiditätsbedingt boomenden Aktienmärkten - diese Befürchtungen zu überwiegen scheinen, so die Analysten der Nord LB. Die von den Notenbanken auf unabsehbare Zeit zur Verfügung gestellte zusätzliche Liquidität komme dabei natürlich auch den Rentenmärkten zu Gute, was die Renditen niedrig halte. (06.07.2020/alc/a/a)